Hildesheim - Die Hildesheimer Polizei hat am Montagvormittag die Renataschule weiträumig abgesperrt, nachdem gegen 9.30 Uhr ein telefonischer Hinweis auf eine mögliche Gewalttat eingegangen war. „Wir konnten eine mögliche Gefahrenlage für Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte nicht ausschließen“, bestätigt Polizeisprecher Jan Makowski gegenüber der HAZ.
Mit zahlreichen Einsatzkräften war die Polizei vor Ort, die Beamten haben den Bereich um die Realschule zunächst weiträumig abgesperrt – die Absperrung wurde am späten Vormittag aber wieder aufgehoben. Auf die Evakuierung des Gebäudes hat die Polizei laut Sprecher Jan Makowski verzichtet. Bei dem Einsatz hätten sich keine konkreten Hinweise auf eine tatsächliche Gefährdung von Schülern und Lehrern ergeben, sie durften sich darum nach einer Weile auch wieder frei im Gebäude und auf dem Schulhof bewegen.
Was die Schüler erlebten
Schülerinnen und Schüler berichten, dass die Schulleiterin am Vormittag während einer Pause auf den Pausenhof gestürmt sei. Die Kinder hätten sich – zunächst ohne Angaben von Gründen – in Klassenräume oder die Turnhalle zurückziehen sollen. Die Räume seien von innen abgesperrt worden, niemand hätte aus den Fenstern schauen dürfen. Nach rund einer Dreiviertelstunde hätten die Schülerinnen und Schüler wieder ins Freie gedurft. Ihnen sei erlaubt worden, nach Hause zu gehen, wenn sie es wünschen. Laut Bianca Trogisch, Pressesprecherin der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung, waren Schulpsychologen aus Hannover vor Ort. Sie seien auch in den kommenden Tagen in der Renataschule ansprechbar – ansonsten sei aber wieder ein normaler Unterrichtsbetrieb geplant, sagt Trogisch.
Infos zum Hinweisgeber
Die Polizei kontrollierte bis circa 11.40 Uhr Busse im Umfeld der Schule. An der Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße / Schlesierstraße baten Einsatzkräfte beispielsweise einen Mann zur Kontrolle aus einem Linienbus. Zur Frage, ob die Ermittler bereits einen Tatverdächtigen oder eine Tatverdächtige im Visier haben, will sich Makowski noch nicht äußern. Der telefonische Hinweis sei aber offensichtlich von einer dritten Person gekommen, die Kenntnis von einer möglichen Drohung hatte, sie aber nicht selbst ausgesprochen hat.
Die Polizei hat bereits Ermittlungen wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten eingeleitet.
Von Jan Fuhrhop, Phillip Kampert und Milan Bauseneik
Anmerkung: In einer ersten Fassung des Artikels hieß es, dass die Schule durchsucht wurde. Tatsächlich fand keine Durchsuchung durch die Polizei statt, der betreffende Absatz wurde korrigiert. Auch verblieben die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte für 45 Minuten im Schulgebäude und nicht für circa 15.

