Hildesheim - Nach der Insolvenz der traditionsreichen Hildesheimer Firma Johannes Schulze Stahl- und Leichtmetallbau GmbH & Co. KG gibt es eine Nachfolgelösung. Das hat ein Sprecher von Insolvenzverwalter Torsten Gutmann von der Kanzlei Pluta in Hannover auf Nachfrage bestätigt. Noch vor wenigen Tagen hatte er erklärt, es gebe einen Interessenten, sich aber nicht weiter dazu geäußert, um wen es sich handelt – und darauf verwiesen, dass alle 22 Mitarbeiter nach wie vor an Bord seien.
Acht Kündigungen
Nun ist klar: Der alte Eigentümer und Geschäftsführer Frank Tafel führt auch das neue Unternehmen. Insolvenzverwalter Gutmann hat sich mit ihm auf diese Form der Fortführung geeinigt, der Wechsel wurde bereits zum 1. Oktober vollzogen, nachdem die Gläubigerversammlung am Tag zuvor dem Modell zugestimmt hatte.
Allerdings kostet diese Lösung rund ein Drittel der bislang 22 Arbeitsplätze. „Acht Beschäftigte konnten nicht übernommen werden“, berichtete der Sprecher des Insolvenzverwalters auf eine Nachfrage der Redaktion hin, nachdem es zuvor entsprechende Hinweise aus dem Umfeld von Betroffenen gegeben hatte. Ihnen wurde gekündigt, was in der Insolvenz mit deutlich kürzeren Fristen möglich ist als im normalen Geschäftsbetrieb, wenn in der Regel zum Beispiel die Dauer der Betriebszugehörigkeit eine wichtige Rolle spielt.
„Alternative gab es nicht“
Insolvenzverwalter Gutmann betonte allerdings auch, die nun gefundene Lösung sei die einzige Möglichkeit gewesen, überhaupt Arbeitsplätze zu erhalten: „Mit der Übernahme haben wir das bestmögliche Ergebnis erzielt. Um die Lösung zu ermöglichen, mussten leider Kündigungen ausgesprochen werden. Eine Alternative gab es nicht.“
Das neue Unternehmen hoffe nun, dass bisherige Kunden der Firma Johannes Schulze Stahl- und Leichtmetallbau bei der Stange bleiben und sich zudem neue Kunden finden.
1896 gegründet
Die Johannes Schulze Stahl- und Leichtmetallbau GmbH war im Jahr 1896 als Schlosserei gegründet worden und war damit eins der ältesten noch aktiven Unternehmen in Hildesheim. Der Betrieb, der seinen Sitz im Wohngebiet zwischen Michaeliskirche und Kardinal-Bertram-Straße hat, arbeitete unter anderem für Zulieferer in der Automobilindustrie und war im Zuge der Krise dieser Branche selbst zunehmend in schweres Fahrwasser geraten und hatte schließlich einen Insolvenzantrag stellen müssen – wie mehrere andere mittelständische Unternehmen aus diesem Wirtschaftsbereich in Stadt und Landkreis Hildesheim auch.
