Hildesheim - Eins, zwei, drei, vier, fünf. Noch mal: eins, zwei, drei, vier, fünf. Das kann nicht sein. Noch einmal – doch, es sind fünf. Ich räume die Spülmaschine aus, räume die neuen Teller an ihren Platz, da fällt es mir auf. Ich zweifle an meinem Verstand. Ich war neulich in einem schwedischen Möbelhaus und habe doch sechs neue Essteller gekauft. Ganz sicher waren es sechs, ich habe sie ja dreimal durchgezählt, weil ich in der letzten Zeit, na ja, etwa 59 Jahre lang, so schusselig bin.
Keine Spur vom Teller Nummer sechs
Doch, doch. Ich bin mir sicher. Sechs waren es. Ich sehe in den Kühlschrank, vielleicht steht dort einer. Nichts. „Das darf man doch keinem erzählen, dass du nicht mal bis sechs zählen kannst, du dösiges Huhn!“, sage ich zu mir. Aber wegen eines Tellers extra zu diesem Möbelladen fahren, das wäre kompletter Unsinn. Da fällt mir ein, man kann da auch bestellen. Ich suche die Teller auf der Angebotsseite und freue mich schon. Doch dann lese ich, dass die nicht einzeln zu bestellen sind. Nur sechs Teller oder keinen. Grrrr.
So ein Glück!
Ein paar Tage vergehen, und ich sage meinen lieben Nachbarn hallo. Da sagt er: „Ah, warte, ich habe noch etwas für dich!“ Mit einem Teller kommt er aus der Küche. Mein Teller. Der sechste! Ich kann mein Glück kaum fassen. Ich hatte komplett vergessen, dass ich den Nachbarn vor ein paar Tagen einen halben Apfelkuchen auf eben diesem sechsten Teller gebracht hatte. Am Abend erzähle ich meinem Mann die Geschichte und erkläre, wie erleichtert ich bin, doch nicht völlig bekloppt zu sein. Und er? „Warum müssen es sechs Teller sein?“ Boah!

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