In Borsum

Nach Padel nun auch Pickleball: Nächster Trendsport schafft es in den Hildesheimer Landkreis

Borsum - Pickleball ist ein Mix aus Tischtennis, Tennis und Badminton – von den HAZ-Sportredakteuren gibt es eine klare Ausprobier-Empfehlung. (mit Video)

Der neue Pickleball-Court beim MTV Eintracht Borsum. Foto: Julia Moras

Borsum - In Borsum kann man seit kurzem eine neue Trendsportart testen: Pickleball. Was auf den ersten Blick erst einmal gewöhnungsbedürftig klingen mag, ist ein Mix aus Tischtennis, Tennis und Badminton.

Und in Deutschland zum Teil noch eher unbekannt. „Wir sind die erste Anlage im Landkreis Hildesheim“, ergänzt Detlev Ahrens, Abteilungsleiter Tennis beim MTV Eintracht Borsum. Seinen Ursprung hat die Sportart in den USA. Dort wurde sie durch eine Profiliga von prominenten Sportlern wie Steffi Graf, André Agassi und John McEnroe bekannt gemacht.

Pickleball wird auf Hartcourt gespielt

Die Borsumer haben auf einem alten Nebenplatz ihres Sportgeländes zwei Pickleball-Courts gebaut. Wobei bauen in diesem Kontext fast übertrieben ist. Der bisherige Tartan-Untergrund wurde gesäubert und anschließend mit mehreren Farbschichten übermalt – durch diese Farbschichten wird der Untergrund härter. „So passiert es auch in den großen Tennisstadien, zum Beispiel bei den US-Open in Flushing Meadow“, ergänzt Ahrens.

Pickleball wird nämlich auch auf dem sogenannten Hartcourt gespielt. Der große Unterschied zum Tennis? Das Feld ist kleiner. Es gleicht dem Doppelfeld beim Badminton. Es hat eine Gesamtlänge von 13,41 und eine Breite von 6,1 Metern. Auch die Netzhöhe ist etwas niedriger als beim Tennis. Das Netz ist in der Mitte nur 86 Zentimeter hoch.

Einzel und auch Doppel möglich

Das Pickleballfeld ist unterteilt durch T-Linien. Vor dem T befindet sich die „Non-Volley-Zone“, in der es nicht erlaubt ist, Volleys zu spielen. Der hintere Teil des Feldes wird durch eine mittlere Linie getrennt. Sie halbiert das Feld – das ist wichtig für die Aufschlagsregelung. Denn für den Aufschlag gibt es Vorgaben. Steht es beispielsweise 3:2 wird von links serviert. Weil die Gesamtsumme der Punkte (in dem Fall 5) ungerade ist. Steht es 3:3 oder 4:4 wird aufgrund der geraden Summe von rechts aufgeschlagen.

Gespielt werden kann Pickleball im Einzel, aber auch als Doppel. Aufgeschlagen wird wie beim Tischtennis ins gegenüberliegende Diagonalfeld, der Aufschlag muss außerdem unterhalb der Hüfte getroffen werden. Wichtig: Der erste Ballwechsel nach dem Service darf nicht volley gespielt werden, muss vor dem Rückschlag einmal aufkommen. Erst ab dem insgesamt dritten Schlag ist in der Rallye nahezu alles möglich.

Punkte sind nur bei eigenem Aufschlag möglich

Etwas, worauf man sich zudem einstellen muss, ist, dass man beim Pickleball nur Punkte machen kann, wenn man selbst Aufschlag hat. Das retournierende Team oder der retournierende Spieler muss sich zunächst immer das Aufschlagrecht sichern, bevor er wieder Punkte erzielen kann. Ein Satz wird bis elf gespielt, zudem muss man zwei Punkte Vorsprung haben, um einen Satz zu gewinnen.

Der Schläger beim Pickleball ist kleiner als ein Tennisschläger, aber größer als einer beim Tischtennis. Das Material des Schlägers ist meist aus Holz, die Trefferfläche nahezu eckig. Der Ball ist aus Plastik und hat Löcher.

Montags und samstags in Borsum möglich

Derzeit kann Pickleball in Borsum am Montag und am Samstag gespielt werden. Interessierte können sich per Mail unter tennis@mtv-borsum.de anmelden. Künftig soll es auch ein Buchungssystem geben, das es Gästen möglich macht, auf der Anlage des MTV Eintracht (Zum Walde 12) zu spielen.

Die Preisspanne bei Schlägern ist groß. Es gibt Anfängermodelle für rund 30 Euro. „Nach oben sind da aber kaum Grenzen gesetzt“, ergänzt der Borsumer Ahrens. Bälle kosten im Schnitt zwischen zehn und 20 Euro.


So haben die HAZ-Redakteure Pickleball erlebt

HAZ-Volontär Pascal Wienecke hat früher Tischtennis gespielt, HAZ-Redakteur Maximilian Willke spielt Tennis und hat auch schon Padel getestet. Eine gewisse Schläger-Vorerfahrung haben die beiden also. „Man merkt recht schnell, dass es ähnlich zum Tennis und Tischtennis ist“, sagt Willke. Wienecke ergänzt: „Aber die Tischtennis-Instinkte sind nicht immer förderlich. Beim Tischtennis will man in den Top-Spin-Schlag kommen, beim Pickleball löffelt man dagegen mehr.“

Trotz vermeintlicher Regeln wie der Non-Volley-Zone oder der Two-Bounce-Rule kann Pickleball extrem schnell werden. Die HAZ-Redakteure Pascal Wienecke und Maximilian Willke kommen gegen die Borsumer Detlev Ahrens und Sportwart Oliver Grein durchaus ins Schwitzen, entwickeln aber auch schnell Spaß am Spiel. „Es ist weniger technisch als Tennis“, sagt Ahrens. „Man kann schneller den Dreh herausbekommen.“

Sowohl Wienecke als auch Willke bestätigen, dass die Lernkurve fix nach oben zeigt. „Man gewöhnt sich sehr schnell daran, wie der Ball fliegt“, sagt Wienecke. „Es hat etwas von einem Spiel bei Schlag den Raab.“ In der früheren TV-Show duellierte sich TV-Star Stefan Raab regelmäßig in kuriosen Sportspielen mit seinen Kontrahenten. Oftmals war bei Raab eine instinktive Spielweise erkennbar. Auch das erleben Wienecke und Willke. Das Maß an Belastung ist im gesundem Bereich. Die HAZ-Sportpreporter sind gefordert, aber nicht übermäßig erschöpft. Von den beiden gibt es eine klare Ausprobier-Empfehlung.

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