Kolumne Zweitstimme

Rot-Grün wird Hirbod nach „Adolf-Hitler-Haus“-Aktion nicht fallen lassen – doch der wird trotzdem daran zu tragen haben

Hildesheim - Auch wenn die Hildesheimer Grüne und SPD an Hamun Hirbod festhalten, werden andere Parteien ihm seinen Fehltritt noch lange Zeit vorhalten, meint HAZ-Kolumnist Rainer Breda.

HAZ-Redakteur Rainer Breda beschäftigt sich in seiner Kolumne Zweitstimme mit dem politischen Geschehen in Stadt und Landkreis Hildesheim. Foto: HAZ

Hildesheim - Zum Zeitpunkt, da dieser Text entstand, war noch nicht entschieden, ob dem PARTEI-Politiker Hamun Hirbod politische Konsequenzen für die Umbenennung der CDU-Geschäftsstelle in „Adolf Hitler Haus“ drohen. SPD und Grüne beschäftigten sich erst am Donnerstagabend mit der Forderung der Opposition, sie sollten ihrem Juniorpartner den Laufpass geben, mindestens aber den Vorsitz des Ausschusses für Innere Angelegenheiten wegnehmen.

Man muss aber kein Prophet sein, um davon auszugehen, dass Rot-Grün dem ersten Verlangen auf keinen Fall nachkommen und das zweite recht sicher ebenfalls nicht erfüllen wird. Zwar finden auch Hirbods Partner dessen Aktion daneben. Doch sie werden ihm vermutlich weder kündigen noch ihn politisch beschneiden.

Fehltritt mit Folgen

Nicht nur, weil sonst ihre Mehrheit futsch wäre, sondern weil Hirbod in ihren Reihen geschätzt wird und beliebt ist. Vielleicht weniger in der SPD, umso mehr bei etlichen Grünen. Vermutlich wird man dem PARTEI-Mann nicht einmal die gebotene Entschuldigung bei der lokalen CDU abverlangen können.

Hirbod ist angesichts seines eigenen Migrationshintergrundes vom Unionskurs anders berührt als andere Politiker, das erklärt manches. Aber seinen Fehltritt wird er bis auf Weiteres stets im Rat vorgehalten bekommen.


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