Weiter mit Nudeln und Pizza

Nach Vapiano-Pleite: Betreiber baut um und macht allein weiter

Hildesheim - Nach der Insolvenz der Kette Vapiano will der bisherige Franchisenehmer in Hildesheim weitermachen – und die Schließpause zum Umbauen nutzen.

Vapiano in Hildesheim wenige Stunden vor der Schließung: Das Schnellrestaurant hat eine Zukunft unter neuem Namen. Foto: Clemens Heidrich

Hildesheim - Auch nach der Insolvenz der Kölner Gastronomie-Kette Vapiano soll es am Zuweg zur Arneken Galerie weiter Nudeln und Pizza geben – wenn die Restaurants wieder öffnen dürfen. Das hat der bisherige Franchisenehmer von Vapiano auf HAZ-Anfrage angekündigt. Ein Leerstand nach der Vapiano-Pleite soll so vermieden werden. Die Kemner Systemgastro GmbH & Co. KG will auf eigene Faust weitermachen und die erzwungene Pause zu einem Umbau nutzen, erklärte Thomas Kemner, Geschäftsführer und Gesellschafter des Göttinger Unternehmens, das auch andernorts Vapiano-Restaurants betreibt.

„Eigenes Konzept in Hildesheim“

„Die Insolvenz betrifft nur die Vapiano SE, uns in Hildesheim betrifft es nicht“, betont Kemner. „Wir nehmen aber den aktuellen Verlauf zum Anlass, ein eigenes Konzept in Hildesheim zu entwickeln.“ Es gehe nach wie vor um Pizza und Pasta, „allerdings von uns etwas anders interpretiert“, sagt der Göttinger. Bis die Kunden sehen können, was er damit meint, dürften allerdings noch einige Wochen vergehen. „Einen genauen Eröffnungstermin können wir noch nicht nennen“, sagt Kemner mit Blick sowohl auf die Umbaupläne als auch die Schließung von Restaurants und Gaststätten zur Eindämmung des Coronavirus.

Erneute Investition

Der Göttinger investiert also schon wieder kräftig in Hildesheim. Bevor Vapiano im Herbst 2015 in der Arneken Galerie eröffnete, hatte Franchisenehmer Kemner bereits 2 Millionen Euro in die Immobilie gesteckt, die für den Einzug der seinerzeit auf einer Erfolgswelle schwebenden Kette umgestaltet wurde. Allein 800 000 Euro verschlang die seinerzeit als „sehr aufwändig“ beschriebene Haustechnik. Auf insgesamt 970 Quadratmetern in Erd- und Obergeschoss schuf Kemner 190 Sitzplätze im Gebäude und noch einmal 120 außen. 40 bis 50 Arbeitsplätze entstanden.

Die damaligen Verantwortlichen schwärmten von einem „Big Point“ für die Arneken Galerie, versprachen sich mehr Zulauf und bessere Argumente in Verhandlungen mit Wunsch-Mietern wie Edeka und McDonald’s. Die kamen bekanntlich nicht, gleichwohl etablierte sich Vapiano schnell als Anlaufstelle in der Innenstadt. Zumal es einen Eingang zur Fußgängerzone hatte. Betreiber Kemner ist jedenfalls offenbar weiter von dem Standort überzeugt, nur eben ohne die Marke Vapiano und ihr Marketing-Bemühen, neben Essen auch ein besonderes Lebensgefühl anzubieten.

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