Altenpflege

Nach dem Vitanas-Aus schließt in Hildesheim ein weiteres Seniorenheim

Hildesheim - Während sich das Vitanas-Heim nach der Bekanntgabe der Schließung zunehmend leert, gibt eine weitere Einrichtung in Hildesheim ihr Ende bekannt: die Cara-Seniorenresidenz am Moritzberg.

50 Bewohner und Bewohnerinnen leben derzeit in der Cara-Seniorenresidenz am Hildesheimer Moritzberg – nun gibt das Unternehmen die Schließung der Einrichtung bekannt. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Nach dem Aus der Senioreneinrichtungen Vitanas und Winzenburg in Freden gibt nun eine weitere Einrichtung die Schließung bekannt. Die Cara-Seniorenresidenz am Hildesheimer Moritzberg stellt den Betrieb zum Ende September ein.

„Dieser Schritt erfolgt nach intensiver Prüfung aller denkbaren Optionen und wurde mit dem klaren Ziel getroffen, die pflegerische Versorgung in Hildesheim langfristig zu sichern, wenn auch unter veränderten Rahmenbedingungen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Cara Seniorendienste GmbH. Der zweite Hildesheimer Standort im Immengarten ist von der Schließung nicht betroffen.

Es gab andere Pläne

Das Unternehmen spielte schon länger mit dem Gedanken, das Gebäude in der Brauhausstraße am Moritzberg für betreutes Wohnen zu nutzen. Wegen des baulichen Zustands der Immobilie und den höheren Anforderungen an eine stationäre Pflegeeinrichtung wäre dies die bessere zukünftige Nutzung gewesen, so der Gedanke.

Aus den Plänen wurde aber nichts. So läuft der Pachtvertrag zwischen Cara und dem Eigentümer der Immobilie zum Ende 2025 aus; der bisherige Eigentümer will die Immobilie bereits seit 2023 verkaufen. „Die finale Absage des Kaufinteressenten Ende Juni 2025 markierte den Wendepunkt, der eine Neuausrichtung unumgänglich machte“, erklärt das Unternehmen.

Schließung Ende September

Und zieht eigene Schlüsse: Anstatt den Pachtvertrag bis zum Ende des Jahres laufen zu lassen, beendet man ihn bereits zum 30. September. Für die insgesamt 50 Bewohner und Bewohnerinnen der Seniorenresidenz bedeutet dies einen Umzug – ihnen sei ein Platz in der Einrichtung am Immengarten angeboten worden, erklärt Thomas Henschke, Leiter PR und Marketing der AlexA Seniorendienste.

Die Pflegeeinrichtung hat dort Platz für etwa 120 Personen; die derzeitige Belegung würde es „theoretisch möglich machen“, dass alle Bewohner und Bewohnerinnen vom Moritzberg dorthin ziehen, erklärt Henschke. „Mit der Heimaufsicht ist aber abgestimmt, dass wir einen langsamen, geordneten Umzug derer, die freiwillig umziehen wollen, umsetzen.“ Bewohner und Bewohnerinnen würden auch bei Umzügen in andere Einrichtungen unterstützt, so der Pressesprecher.

Die Lage in Hildesheim

Nach Auskunft von Stadtsprecher Helge Miethe stünden in den kommenden Wochen und Monaten mindestens 80 Plätze für die Aufnahme von neuen Bewohnern und Bewohnerinnen in Hildesheimer Einrichtungen frei. Manch Senior und Seniorin bevorzuge auch Einrichtungen im Landkreis. „Es ist somit davon auszugehen, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenresidenz Moritzberg mit freien Plätzen in Stadt und Region versorgt werden können“, so Miethe.

Den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen am Moritzberg hat das Unternehmen eine Anstellung am Immengarten in Aussicht gestellt. „Wünschenswerterweise freuen wir uns über alle Mitarbeitenden, die sich für eine neue Anstellung im Immengarten bewerben“, sagt Henschke. Es liefen bereits erste Gespräche für Neuanstellungen. Wie viele Mitarbeitenden dort aber insgesamt übernommen werden können, bleibt offen.

Henschke widerspricht Gerüchten, dass eine Übernahme der Cara Seniorendienste durch die Unternehmensgruppe inter pares stattgefunden habe, und dass die Schließung der Einrichtung am Moritzberg damit einhergehen könnte. „Eine Aufnahme durch die Unternehmensgruppe steht nicht zur Disposition“, so Henschke.

Die Lage im Vitanas-Heim

Die Cara-Seniorenresidenz am Moritzberg ist damit die zweite Hildesheimer Pflegeeinrichtung innerhalb weniger Monate, die schließt. Nachdem Mitte Mai bekannt geworden ist, dass das Vitanas-Pflegeheim seinen Betrieb einstellt, leert sich das Gebäude in der Harlessemstraße.

Wie aus internen Kreisen zu hören ist, leben dort mittlerweile nur noch 18 Personen, für die sei eine Übernahme in andere Einrichtungen im Gespräch. Den verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bot das Unternehmen dagegen jüngst in einer Vereinbarung an, zu einem anderen Vitanas-Standort zu wechseln, dabei seien Anstellungen in Hann. Münden, Halberstadt und Magdeburg zumutbar. Wer dagegen vor dem 30. September kündigt, bekommt als Abfindung einen halben Bruttolohn; unabhängig davon, wie lange er oder sie in der Einrichtung angestellt war.

Einrichtung schließt früher als gedacht

Eine Entscheidung müssen Bewohnende und Mitarbeitende allerdings schneller treffen als zuletzt angenommen: Das Vitanas-Heim am Lönsbruch soll nicht wie geplant erst Ende Oktober schließen, sondern bereits einen Monat früher – und damit zeitgleich mit der Seniorenresidenz am Moritzberg.

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