Erster neuer Mieter schon da

Nach Weggang von TomTom aus Harsum: So geht es im Gäbler-Haus weiter

Harsum - Der Experte für digitale Kartensysteme hat seinen Deutschland-Sitz nach Hannover verlegt. Was bedeutet das für Harsum? Und wer übernimmt die Büros?

Schild noch da, Firma weg: TomTom ist von Harsum nach Hannover gezogen. Foto: Julia Moras

Harsum - Einst war die Vorgänger-Firma TeleAtlas einer der wichtigsten Arbeitgeber und der größte Gewerbesteuerzahler in der Gemeinde Harsum – jetzt hat sich das Navigationstechnik-Unternehmen TomTom aus der Kommune verabschiedet. Die Bedeutung des niederländischen Konzerns für Harsum war in den vergangenen Jahren ohnehin gesunken. Für das zuletzt genutzte Firmengebäude hat sich zumindest schon ein neuer Mieter gefunden, viele Räume waren schon zuvor von anderen Betrieben genutzt worden.

TeleAtlas hatte bis zur Übernahme durch TomTom im Jahr 2011 zeitweise rund 170 Mitarbeiter beschäftigt – und weil Harsum Hauptsitz der Deutschland-Gesellschaft war, profitierte die Kommune davon auch steuerlich stark. Nach der Übernahme ging dieser Effekt deutlich zurück – wie auch die Mitarbeiterzahl. Firmen wie Transnorm oder Schlote bieten heute weit mehr Arbeitsplätze, als es TomTom und sein Vorgänger je taten.

Firmenschild noch da

TeleAtlas gehörte zu den Pionieren im Bereich digitaler Kartensysteme, die für die Fahrzeugnavigation genutzt werden können – längst Standard, bei der Gründung des Unternehmens im Jahr 1984 aber ein höchst innovatives Konzept. Auch TeleAtlas hatte seine Wurzeln wie der spätere Käufer TomTom in den Niederlanden. TomTom übernahm den Standort in Harsum, die Zahl der Beschäftigten dort ging aber kontinuierlich zurück.

Nun ist das Unternehmen ganz aus dem Ort verschwunden. Nur das Firmenschild am alten Unternehmenssitz, einer Immobilie der Familie Gäbler in der Straße mit dem schönen Namen „Am neuen Horizont“, erinnert aktuell noch an dieses Stück Harsumer Wirtschaftsgeschichte.

Schlote als Hauptmieter

TomTom hat seinen Deutschland-Sitz nach Hannover verlegt, in die Nähe des Hauptbahnhofs. Dem Vernehmen nach verspricht sich das Unternehmen davon unter anderem, attraktiver und besser erreichbar für potenzielle neue Mitarbeiter zu sein. Für Presseanfragen ist der Konzern indes schwer erreichbar: Er veröffentlicht zwar gelegentlich Mitteilungen, benennt aber keine Ansprechpartner.

Am bisherigen Standort tun sich zwar keine neuen Horizonte, wohl aber neue Mieter auf. So verlegt ein Immobilien-Entwickler aus Hildesheim seinen Firmensitz nach Harsum, den Namen nennt Dirk Gäbler aus der Eigentümerfamilie allerdings noch nicht. Zudem hat ein großes bereits in Harsum ansässiges Unternehmen offenbar Interesse, künftig einen erheblichen Teil der Büroräume im Gäbler-Haus zu nutzen. Details wollen die Beteiligten hier aber noch nicht nennen.

Litfins Hoffnung

Weitere potenzielle Mieter sind derzeit zumindest schon mal im Gespräch mit den Eigentümern des Gebäudes, was Harsums Bürgermeister Marcel Litfin (parteilos) freut. Er hatte sich nach Bekanntwerden des TomTom-Abschieds selbst eingeschaltet, unter anderem die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft Hi-Reg ins Boot geholt. Es sei natürlich gut, wenn es keine neuen Leerstände gäbe, sondern neue Firmen nach Harsum kämen – „besonders dann, wenn sie dort auch ihren Hauptsitz anmeldeten“, wie Litfin anmerkt.

Gespannt warten er und andere Harsumer zudem darauf, wer sich in der geplanten riesigen Logistik-Immobilie am Nordrand des Gewerbegebietes Nordfeld ansiedelt, die ein Hamburger Immobilien-Unternehmen dort errichten will. Sie soll im ersten Quartal des nächsten Jahres bezugsfertig sein.

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