Hildesheim - Beim 19. Pflanzenmarkt des Vereins Gartenkultur Hildesheim auf der Domäne Marienburg haben am Sonntag 55 Händler ihre Stände aufgebaut. Die Mischung ist bunt, auch bei den Beschickern, denn Profis sind genauso vertreten wie Hobby-Gärtner. „Diese Mischung hat sich bewährt“, sagt Ursula Kreye-Wagner vom Verein Gartenkultur. Zu finden sind Blumen, Pflanzen, Accessoires und vieles mehr. Dazu gibt es Tipps auch zum Thema naturnaher Garten und Nachhaltigkeit.
Passende Jacke gewählt
Marie-Theresia Stockner hat ihre mit Blumen bedruckte Jacke passend zum Markt ausgewählt. Die Hildesheimerin bietet Ableger vom Hasenpfotenfarn, Grünlilie und schwedischem Efeu an. „Ich ziehe die Ableger in Actimel-Flaschen heran“, verrät sie. Da die Behältnisse nicht durchsichtig sind, wurzeln die Ableger schnell und üppig. Joghurtdeckel nutzt sie als Untersetzer und von Discountern holt sie die Eimer, in denen einst Frischblumen angeboten wurden. „Die müssen die nach einmaligem Gebrauch entsorgen“, sagt Stockner. Nachhaltigkeit ist ihr wichtig und so nutzt sie die Eimer für Ableger aus ihrem Garten. Am Sonntag auf der Domäne haben unter anderem Glockenblumen ihren Platz darin.
Auf Gemüsepflanzen hat sich die Solidarische Landwirtschaft Immergrün spezialisiert. Henrike Monninger schreibt am Morgen noch ein paar Preisschilder, nachdem sie mit Arian Obornik die Gemüsepflänzchen arrangiert hat. „Tomaten und Paprika sollten erst in zwei Wochen rausgepflanzt werden“, erklärt Monninger. Alles andere, wie etwa auch Brokkoli, kann jetzt schon ins Freie. „Den Brokkoli sollte man mit einem Pflanzabstand von einem halben Meter pflanzen, der braucht Platz“, sagt Obornik. Im Gewächshaus hat er ihn in diesem Jahr etwas enger gesetzt. „Mal sehen, ob das klappt“, sagt er. Wie Kohlpflanzen auch für Insekten nützlich sein können, erklärt Monninger: „Lässt man eine Kohlpflanze über den Winter stehen, bildet sie im Frühjahr Blüten, die von den Insekten sehr gern angenommen werden.“ Außerdem kann man aus den Samen neues Saatgut gewinnen.
Markus Reinecke aus Dingelbe bietet Langzeitdünger an. Der Mann hält Alpakas und die Fasern der Wolle sind voll mit Mineralien. Sie werden mit Schafwolle zu Düngepellets verarbeitet. „In der Schafwolle ist Lanolin, das hat den Klebeeffekt“, sagt Reineke. Alles, was mit Alpakas zu tun habe, sei nachhaltig. Selbst der Kot, der sich hervorragend als Dünger eigne. Nur er wird nicht in Tüten verkauft. „Den können sich die Leute von der Weide holen“, bietet Reinecke an. Der Börde-Alpaka-Dünger sei für alle Pflanzen geeignet und sei dazu wasserspeichernd.
Auf Stauden setzt Gärtnerin Sabine Papendorf aus Nettlingen. „Fast alle Stauden sind auch Insektenweiden und sie sind pflegeleichter als Rasen“, sagt sie. Ob Salbei, Prachtscharte oder Schafgarbe – Stauden kommen immer wieder und es gibt sie für alle Standorte im Garten. Sabine Papendorf berät Kunden auch bei der Pflanzenplanung. Damit die davon einen Eindruck bekommen können, öffnet sie in Nettlingen regelmäßig ihre Gartenpforte.
Der Kerzenfresser
Kerzenreste gibt es bei Susanne und Matthias Simon aus Borsum nicht mehr, nachdem sie den Kerzenfresser erfunden haben. In eine Betonschale gießen sie Wachs, dazu einen Dauerdocht. „Der entwickelt so eine Hitze, dass das Wachs verdampft“, erklärt Susanne Simon. Dorthinein können Kerzenreste gelegt und so weiterverwertet werden. 38 Euro kostet so ein Kerzenfresser mit Kerzenlöscher und handgemachter Betonschale.
Den langen Winter nutzte Ina Cartschan aus Heinde zum Basteln. Um Samen aufzubewahren, hat sie etwa Camembert-Döschen mit Serviettentechnik verziert oder getrocknete Blumen in mit Juteschnur umwickelte Reifen gesteckt. In kleine Einmachgläser pflanzte sie Geldbäume. „Das ist mein Hobby“, sagt die kreative Frau, die selbst ein abgerissenes Blatt einer Monstera nutzt – als Druckvorlage für eine Jutetasche.
Kräuter und essbare Blüten
Wer es bienenfreundlich haben will, der sollte zu Kräutern greifen, rät Charlotte Lehnhoff-Aue von der Genussgärtnerei. Sie empfiehlt, Strauchbasilikum zwischen Tomaten zu pflanzen. Natürlich ziehen auch viele Blumen Insekten an, wie etwa Cosmea. „Die sind nicht nur bienenfreundlich, sondern auch essbar“, sagt Lehnhoff-Aue.




