Positiver Blick in die Zukunft

Nachhaltigkeit, Neugier, Start-ups: Was das Wintersemester für Studierende in Hildesheim bereithält

Hildesheim - Irgendwo zwischen Neugier und Nervenflattern lagen die Gedanken und Gesichtsausdrücke der „Erstis“, die am Montag ins Wintersemester 2022/ 2023 gestartet sind. Sowohl Uni als auch Hochschule haben einen klaren Appell an die Neu-Studierenden.

Hildesheim - In der Straßen und Parks, in den Bars und Club der Stadt wird es wieder voller. Die Lebenslust und die jugendliche Freiheit beleben das Stadtgebiet. Der Grund: Das Wintersemester 2022/ 2023 hat begonnen. Das heißt für unzählige Neu-Studierende, auch „Erstis“ genannt, dass ein neuer Lebensabschnitt ruft. In den vergangenen Jahres sorgte aber vor allem Corona für einen Freuden-Dämpfer, jetzt kommen Ukraine-Krieg und Energiekrise hinzu. Und trotzdem lassen sich „Erstis“, Uni und Hochschule ihren Enthusiasmus nicht nehmen.

Insgesamt mehr als 1700 Erst-Semester an der Universität

„Ich habe das Audimax noch nie so voll gesehen“, gibt May-Britt Kallenrode bei der Immatrikulationsfeier an der Universität zu. Kein Wunder, denn habilitierte Physikerin trat ihren Dienst als Universitäts-Präsidentin zu Beginn des vergangenen Jahres an. Genau in dem Zeitraum, als die Corona-Pandemie auch vor dem studentischen Leben nicht Halt machte und den überwiegenden Teil von Lehre, Lernen und Prüfungen ins Digitale beförderte.

Ich habe das Audimax noch nie so voll gesehen

May-Britt Kallenrode, Präsidentin der Hildesheimer Universität

„Insgesamt 1726 neue Studierende begrüßen wir in diesem Semester bei uns. Das ist eine ganze Menge“, sagt Kallenrode. Derzeit sind an der Hildesheimer Universität mehr als 8000 Studierende aus dem In- und Ausland eingeschrieben. „Zwei Drittel von ihnen sind klassische Erstsemester, die ihr Erststudium bei uns beginnen. Ein Drittel sind Masteranden mit Studienerfahrungen“, schlüsselt die Uni-Präsidentin die Statistik auf.

Corona war eine Herausforderung – hat aber auch für Neuerungen gesorgt

Diese Mischung mache den Charakter einer Uni aus. „Jeder und jede von ihnen hat einen Rucksack an Erfahrungen dabei. Das macht die Uni spannend.“ Diesen „Rucksack“ zu nutzen und in den kommenden Monaten und Jahren mit Wissen und Erinnerungen zu füllen, dazu ruft die Uni-Präsidentin die 1158 Bachelor- und 568 Master-Studierenden auf.

Jeder und jede von ihnen hat einen Rucksack an Erfahrungen dabei

May-Britt Kallenrode, Präsidentin der Hildesheimer Universität

Ob die Corona-Pandemie der Vorfreude noch einen Strich durch die Rechnung machen kann? Immerhin mussten viele Studierende die vergangenen Monaten ganz oder teilweise von zu Hause aus lernen, forschen und organisieren. Nicht selten eine psychische, aber auch finanzielle Belastung. Kallenrode ist zuversichtlich: „Corona hat uns zwar den persönlichen Austausch gekostet, aber uns auch ganz spontan digitale Lehr- und Lernmöglichkeiten gebracht“.

Auch an der HAWK freut man sich über die „Erstis“

Dann ein Zitat: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, rezitiert die Hochschulpräsidentin zum Abschluss ihrer Willkommensrede den Schriftsteller Hermann Hesse. Gemeint: „Der Zauber der Präsenz und der Zauber neuer Gestaltungsmöglichkeiten.“

Ähnlich positiv blickt man auch an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in das neue Semester. In Hildesheim starteten am Montag 662 Menschen offiziell in ihr Erst-Studium. Im vergangenen Wintersemester waren es mit 658 nur verschwindend weniger „Erstis“. Zu den 662 Erst-Semestern in Hildesheim kommen 779 an den HAWK-Standorten in Holzminden und Göttingen. Insgesamt sind für das neue Wintersemester an der HAWK 6450 Studierende eingeschrieben, nur 153 weniger als noch im Wintersemester 2021/22 (6603 Studierenden insgesamt).

Vernetzung und Fachkräfteausbildung sind wichtig

„Seien Sie neugierig“, ermutigt HAWK-Präsident Dr. Marc Hudy in seiner Willkommens-Rede. „Nutzen Sie die Chance, dass Sie studieren dürfen. Das ist ein Privileg – ganz besonders in diesen Zeiten.“ Gemeint sind damit vor allem die Herausforderungen durch Corona, die Energiekrise und den Krieg in der Ukraine.

Nutzen Sie die Chance, dass Sie studieren dürfen

Dr. Marc Hudy, Präsident der HAWK

Die zwei großen Alleinstellungsmerkmale der HAWK seien Hudy zufolge vor allem die Vernetzung in Stadt und Region und die Ausbildung von Fachkräften. „Eine klassische Win-win-Situation“, nennt Hudy die Vielzahl von Projekten und Kooperationen, die beispielsweise die Fakultäten Gestaltung, Bauen & Erhalten oder Soziale Arbeit & Gesundheit mit lokalen Unternehmen, Einrichtungen und Institutionen pflegen.

Keine „Fachidioten“ ausbilden

Zudem sorge die HAWK für die Ausbildung von Fachkräften in den Bereichen Kindheitspädagogik, Soziale Arbeit und in Gesundheitsberufen. „Unsere Absolventen und Absolventinnen haben oft schon vor ihrem Abschluss einen Arbeitsvertrag in der Tasche“, erklärt Hudy.

Unsere Absolventen und Absolventinnen haben oft schon vor ihrem Abschluss einen Arbeitsvertrag in der Tasche

Dr. Marc Hudy, Präsident der HAWK

Sowohl an der Universität als auch an der HAWK steht aber nicht nur das fachspezifische Lernen und Forschen im Fokus. „Fachidioten“, wie es umgangssprachlich heißt, will man nicht ausbilden. Vielmehr zeigt sich zum Auftakt des aktuellen Semesters, dass fächerübergreifende Schlüsselkompetenzen und universitäres Engagement abseits des eigenen Faches wichtig ist.

Studienangebote auch abseits des eigenen Faches

An der Hildesheimer Universität kann man das neben den klassischen Aufgaben im Allgemeinen Studierendenausschuss (kurz AStA) unter anderem auch im Greenoffice machen. Dort haben Studierende die Möglichkeit, sich in Sachen „Energie“ und „Nachhaltigkeit“ beraten zu lassen oder selbst die Initiative zu ergreifen. Vorgelegt hat das zehnköpfige Greenoffice-Team die Bandbreite an Möglichkeiten bereits mit Angeboten zur klimafreundlichen Mobilität oder der Unterstützung von Nachhaltigkeitsprojekten.

An der HAWK bereichert derweil das Angebot „HAWK plus“ das individuelle Studium. Im Modul „Individuelles Profilstudium“ können alle Bachelor-Studierenden aus Themen wie Kommunikation, Führung, Welt im digitalen Wandel, Sprachen, unternehmerischem Denken und Handeln oder gesellschaftlicher Verantwortung wählen und so wichtige Kompetenzen für die spätere berufliche Laufbahn erwerben. Mit „HAWK open“ und „HAWK start plus“ hat die Hochschule zusätzliche Angebote für Geflüchtete und Menschen aus dem Ausland geschaffen.

Akademische Hilfe für Start-ups und Gründer

Gemeinsamer Nenner beider Bildungseinrichtungen, dass wird beim offiziellen Startschuss zum Wintersemester 2022/ 2023 deutlich – ist nicht zuletzt auch die Ermutigung an Studierenden, sich als Gründer auf den Arbeitsmarkt zu wagen und mit eigenen Ideen und Projekten in eine Selbstständigkeit zu starten.

Die Stadt ist interessiert daran. kluge Köpfe wie Sie zu halten

Ulrich Kumme, Ortsbürgermeister

„Die Stadt ist interessiert daran, kluge Köpfe wie Sie zu halten“, richtet sich Ortsbürgermeister Ulrich Kumme an die „Erstis“ im Audimax der Universität. Sowohl die Stadt, als auch die Region seien „Gründer-freundlich“. Selbiges betont auch die HAWK. Neben der Zusammenarbeit zwischen der Hochschule und der HiReg, der regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft, unterstütze man Gründungswillige mit Netzwerk-Treffen, praktischen Trainings und Hilfe bei der Akquise von Fördermitteln.

Sie gestalten die Zukunft und dabei sind Sie nicht alleine

May-Britt Kallenrode, Präsidentin der Hildesheimer Universität

„Seien Sie kritisch. Lassen Sie uns gemeinsam Fragen stellen und Antworten finden“, appelliert Kallenrode an die neuen Studierenden, „Sie gestalten die Zukunft und dabei sind Sie nicht alleine.“

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