ZDF-Aufnahmen

Neuanfang auf dem Moritzberg – und das ZDF ist für eine Dokumentation mittendrin

Hildesheim - Die Schmuckdesignerin Lisa Reizig zieht um – warum das für einen Filmregisseur Grund genug ist, daraus eine Dokumentation zu machen. Ein Blick hinter die Kulissen.

Die Wände sind frisch verputzt, vorsichtig werden die Möbel hereingebracht. Vorne beobachtet Theo die Szene. Foto: Norbert Mierzowsky

Hildesheim - Temperaturen knapp über null Grad, auch in dem Fachwerkhaus in der Bergstraße 69 ist es nicht viel wärmer, nur in der Küche bullert ein kleiner Kohleofen – trotzdem will Lisa Reizig in Kürze hier mit ihrer vierköpfigen Familie einziehen.

Die 34-jährige Schmuckdesignerin steht an der offenen Haustür und dirigiert ihre Helfer, die die Möbel und Kartons ins Haus transportieren. Und weil das noch alles nicht genug ist, der Umzug auf eine Baustelle zum Beispiel, ist gleichzeitig noch ein dreiköpfiges Filmteam vom ZDF mittendrin, das die Geschichte von Lisa Reizig festhält. Die Geschichte von einer Frau, die während der Coronahochphase Ende 2020 eine Galerie auf dem Moritzberg öffnet, die mit ihrem Mann zusammen ein denkmalgeschütztes Haus von Grund auf saniert und nun eben ihren Umzug managt.

Die Wände sind mit farbigem Lehm verputzt, in der künftigen Heizzentrale sind noch die Leitungen für die Fußbodenheizung sichtbar, auf die Luft-Wärme-Pumpe wartet sie noch. Im Obergeschoss verlegt ein Tischler den Fußboden. Heute will er fertig werden, muss ihn aber noch ölen. Deswegen müssen die Möbel und Kartons erst noch im Untergeschoss zwischengelagert werden. Mitsamt des Hundefutters. Ach ja, den Hund gibt es ja auch noch.

„Das Futter bitte irgendwo oben gut sichtbar hinstellen“, kommandiert Reizig. Ihre beiden Kinder Marta (6) und Frida (8) sind bei Freunden untergebracht, deren Sohn Theo aber kräftig beim Umzug mit anpackt. Er ist schließlich schon etwas größer.

ZDF-Regisseur Fabian Köhler hat Lisa Reizig vor einiger Zeit kennengelernt, fand die Geschichte spannend und produziert nun einen Film für die Reihe „Hallo Deutschland“, der Beitrag wird wahrscheinlich Mitte März gesendet. Genau wisse er es aber noch nicht, sagt Köhler. Er arbeitet für das ZDF-Landesstudio in Hannover und ist gebürtiger Hildesheimer.

Draußen vor dem Haus läuft gerade eine Familie aus der Nachbarschaft in der Dingworthstraße vorbei und winkt ihr zu. In der Dingworthstraße hat Reizig ihre Galerie, ihr Atelier zieht mitsamt des Hausstands in die Bergstraße, Wohnen und Arbeiten unter einem Dach. Dort will sie auch Goldschmiedekurse geben. Zwölf Anmeldungen hat sie schon, erzählt sie. Im Sommer geht es los.

Denkmalgeschütztes Haus

Erstmal muss ihr Atelier ja eingerichtet sein, muss die Heizung laufen, muss die Baustelle abgeschlossen sein. Wenn man jemals eine Baustelle in einem denkmalgeschützten Haus abschließen kann. Aber in jedem Fall können ihr Mann Achim und sie auf Bundesfördermittel für energiesanierte Denkmalbauten zurückgreifen.

Dann radelt auch noch der Postbote am Haus vorbei und winkt ihr auch zu, während die Helfer die letzten Kartons aus dem Umzugswagen holen, um gleich die nächste Fuhre zu starten. Man kennt sich eben auf dem Moritzberg. Erst recht, wenn man so ein Projekt vor aller Augen stemmt, ein Fachwerkhaus wieder auf Vordermann zu bringen mit Werkstatt und Galerie gleich um die Ecke. Und all das kann man demnächst zusammengefasst miterleben – im ZDF-Programm. Vielleicht wird dann auch Regisseur Fabian Köhler in der Bergstraße vor dem Monitor mitsitzen, wenn der Film ausgestrahlt wird. Man kennt sich schließlich.

  • Hildesheim
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.