Hildesheim - Für die im Hohnsenhof untergekommenen Menschen, zumeist geflüchtete Frauen und Familien aus der Ukraine, verlängert sich die Bleibefrist in ihren Wohnungen um zwei Monate. Das teilt die Lüder-Unternehmensgruppe mit.
50 Wohnungen
Hintergrund: Seit zehn Monaten leben knapp 200 ukrainische Flüchtlinge in den Wohnungen am Hohnsen. Vor allem Mütter mit ihren Kindern haben hier in Hildesheim ein neues – wenn auch vorübergehendes – Zuhause gefunden. Lüder hat diesen Menschen 50 Wohnungen inklusive aller Nebenkosten kostenfrei zur Verfügung gestellt. Und zwar bis zum geplanten Abriss der Gebäude, an deren Stelle neue Häuser entstehen sollen. Nun wird der Baustart des Projektes um zwei Monate verschoben – und die Ukrainerinnen und Ukrainer können entsprechend länger dort wohnen bleiben.
„Uns ist wichtig, dass alle Familien, die nicht wieder in die Heimat zurückkehren, eine neue Wohnung in Hildesheim finden“, sagt Thomas Eisenburger, Geschäftsführer der Lüder-Unternehmensgruppe. Die Planung für den vorgesehenen Neubau Hohnsenhof, der studentisches Wohnen und ein Gastronomieangebot vereinen will, habe weiterhin Bestand. „Wir möchten aber zunächst Gewissheit über die zukünftige Unterbringung der Menschen haben, bevor wir unser Projekt starten. Das hat Priorität“, so Sebastian Lüder.
Die Zukunft des Hofes
Dass die Tage der Häuser in der Renatastraße 1, 1b und 2 sowie Hohnsen 60 und 60a gezählt sind, war von Anfang an klar. Die Lüder-Gruppe hatte stets betont, weiter an ihren Plänen für den Hof zu arbeiten: einem Gebäudekomplex mit voraussichtlich etwa 130 Studentenwohnungen, gastronomischen Betrieben, Dienstleistern sowie Büros. „Insofern haben wir auch frühzeitig und gemeinsam angefangen, Anschlusswohnungen für die Menschen hier zu finden“, sagt Sven Hirsch von der Freien evangelischen Gemeinde (FeG), die sich der Betreuung der Geflüchteten angenommen hat. „Und für etwa 75 bis 80 Prozent von ihnen ist uns das auch bereits gelungen.“
Zwar sei der Wohnungsmarkt in Hildesheim ein überschaubares Feld und das Angebot nicht eben üppig, „doch wir haben gemeinsam gearbeitet und werden das auch weiter tun, auch Lüder ist uns behilflich oder etwa AK Immobilien“. Insofern seien die zusätzlichen zwei Monate nun ein Faktor, der zur Entspannung beitrage und Zeit schaffe, um auch für die restlichen Bewohner der Häuser Unterkünfte zu finden.
Verzögerung als Chance
Die Verzögerung des Bauvorhabens, das die Zwischennutzung durch die Ukrainer kurz nach Beginn des Krieges überhaupt erst möglich machte, hatte mehrere Gründe. Und so konnte damals die Freie evangelische Gemeinde bei dem Unternehmen erfolgreich darum werben, die leerstehenden Häuser an der Ecke Renatastraße/Hohnsen als vorübergehende Bleibe für die Flüchtlinge herzurichten – was auch daran lag, dass FeG-Vertreter Sven Hirsch als Architekt für Lüder die Hohnsen-Höfe entworfen hat.
