Novotel und IntercityHotel

Neue Geschäftsführer zuversichtlich: Wirtschaftliche Probleme insolventer Hildesheimer Hotels bis zum Sommer gelöst?

Hildesheim - Das Novotel und das IntercityHotel sind wegen der finanziellen Schieflage der Muttergesellschaft in die Insolvenz gerutscht. Jetzt haben Sanierer das Sagen – das ist ihr Plan.

Wegen der finanziellen Probleme der Muttergesellschaft in die Insolvenz gerutscht: Das IntercityHotel am Hildesheimer Hauptbahnhof – auch das Novotel Hildesheim gehört zu der Revo Gruppe und ist betroffen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Die Arbeitsplätze der Beschäftigten beider in die Insolvenz gerutschten Hildesheimer Hotels Novotel und IntercityHotel sind nicht akut gefährdet. Das bekräftigt Jochen Mignat, Sprecher der vom zuständigen Amtsgericht Berlin-Charlottenburg eingesetzten vorläufigen Geschäftsführer der insolventen Gesellschaften, auf Nachfrage dieser Zeitung. „Das Novotel Hildesheim und das IntercityHotel Hildesheim werden in Eigenverwaltung uneingeschränkt mit allen Mitarbeitern fortgeführt“, erklärt Mignat.

Individuelle Nachfragen zu den beiden Hildesheimer Häusern beantwortet der Sprecher des Rechtsanwalts und Experte für Unternehmenssanierungen, Gordon Geiser, mit Verweis auf den Umfang der eingeleiteten Insolvenzverfahren derzeit noch nicht. Denn die Gesellschaften hinter Novotel und IntercityHotel sind nur zwei von insgesamt 140, die wegen der finanziellen Schieflage der Muttergesellschaft Revo Hospitality Group am 16. Januar Insolvenz anmelden mussten. Geiser, der mit seinem Kollegen Benedikt de Bruyn von der Kanzlei GT Restructuring für die Dauer des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung als Geschäftsführer fungiert, gibt das Ziel aus: „Die Gesellschaften sollen schnell stabilisiert und bis zum Sommer zügig saniert werden.“

Es wird eine „langfristige Lösung“ angestrebt

Als Hauptursache der Insolvenz haben die Anwälte die starke Expansion der Revo Hospitality Group ausgemacht, die bis 2025 unter dem Namen HR Group tätig war. 2008 hatte die Gruppe ein erstes Hotel in Leipzig übernommen, 2020 gehörten bereits 51 Häuser zur Gruppe. Danach expandierte die Gruppe stark auf aktuell 250 Hotels, hatte nach Angaben der vorläufigen Geschäftsführer Geiser und de Bruyn einen jährlichen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und rund 8300 Mitarbeiter. Die Übernachtungszahlen stiegen aber durch das kostenintensive Wachstum nicht wie erwartet, auch der geplante Umsatz für 2025 wurde laut Geiser und de Bruyn nicht erreicht

Die beiden Sanierungsexperten planen nach eigenen Angaben keine schnelle Zerschlagung der Unternehmensgruppe. „Es wird eine langfristige Lösung für die Gruppe und die von ihr betriebenen Hotels angestrebt, um so eine bestmögliche Befriedigung der Gläubiger zu erreichen“, heißt es in einer Pressemitteilung. De Bruyn ergänzt, die Eigenverwaltung ermögliche eine schnelle Stabilisierung der Betriebe und eine „geordnete Überleitung auf einen Investor“. Sein Kollege und er seien zuversichtlich, „die wirtschaftlichen Probleme der betroffenen Gesellschaften der Revo Gruppe bis zum Sommer zügig zu lösen.“

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