Hildesheim - Basketball in der Steingrube, Yoga am Hohnsensee – das und andere sportliche Aktionen sollen für die Hildesheimerinnen und Hildesheimer in Zukunft noch niedrigschwelliger, noch einfacher zu machen sein.
Für jung und alt
Die Bewerbung der Stadt Hildesheim für zwei sogenannte Sportboxen war nämlich erfolgreich. In der Nähe des Basketballplatzes an der Steingrube und beim Trimm-dich-Pfad am Hohnsensee stehen nun zwei dieser Boxen bereit. Im Inneren: Sportgeräte, von der Faszienrolle über Bälle bis zu Kettlebells – wobei beide Boxen leicht unterschiedlich bestückt sind.
„Durch die Sportboxen wird es allen Menschen – ob jung oder alt – ermöglicht, kostenfrei Sport im Freien zu betreiben“, sagt Jürgen Nowak, Bereichsleiter bei der Stadt für Schule und Sport.
Re-Start
Aber wie kommt man an das Gerät, das hinter einer dicken Metalltür verstaut ist? Zunächst meldet man sich bei der kostenlosen App „SportBox“ an. Anschließend bucht man einen der einstündigen Slots und ist in dieser Zeit sozusagen Meister oder Meisterin des Geräteraums. Mit einem Kommando in der App öffnet sich die Box. Auf vier herausziehbaren Schubladen liegen dann Medizinball, Battlerope und co. Zusätzlich stehen eine Handy-Ladestation und eine Bluetooth-Box bereit. 16.000 Euro haben die Boxen samt Montage und Inhalt jeweils gekostet – bezahlt hat das der Deutsche Olympische Sportbund im Rahmen des Förderprogramms Re-Start.
Damit die Ausrüstung nicht gestohlen oder zerstört wird, dokumentieren Kameras in der Box, was in welchem Zustand entnommen und zurückgelegt wird.
Hildesheim weit vorne
Die Boxen sollen auch Sportvereinen ermöglichen, Kurse im Freien anzubieten. Clemens Löcke, Geschäftsführer von Eintracht Hildesheim, hat die Bewerbung der Stadt als Kooperationspartner begleitet. Nun freut er sich, noch im November ein wöchentliches Fitness-Angebot bei den Boxen an den Start zu bringen. „Optimal wäre der Start natürlich im Frühling gewesen“, sagt er. Aber auch im feuchtkalten Herbst glaubt er an ein Interesse an niedrigschwelligen, kostenlosen Angeboten, für die man sich auch nicht im Vorfeld anmelden muss.
Löcke ist außerdem stolz auf Hildesheim: „Wir sind die einzige niedersächsische Kommune, die zwei Boxen bekommen hat.“ 150 Boxen werden durch das Programm bundesweit gesponsort.
Merkwürdige Platzierung
Nur eine Frage hat Löcke: Die Box steht am Rand der betonierten Fläche des Basketballplatzes – aber um die Türen zu erreichen, muss man vom Pflaster herunter auf die etwas matschige Wiese. Warum zeigt die zugängliche Seite der Box nicht Richtung Spielfläche? „Das hat Sicherheitsgründe“, erklärt Nowak. So bestehe nie die Gefahr, dass man sich beim Basketball an der Kante einer geöffneten Tür verletzt. Und falls trotzdem jemand mal eine Schramme davonträgt, wartet in der Box auch ein Erste-Hilfe-Kit.

