Hildesheimer Neustadt

Neue Vorfahrtsregelung im Hildesheimer Gelben Stern? Ortsrat will den Verkehr beruhigen

Hildesheim - Der Verkehr im Gelben Stern in Hildesheim soll durch eine neue Regelung gebremst werden. Eine Verkehrszählung am Godehardsplatz zeigt, dass eine andere Maßnahme des Ortsrates Stadtmitte/Neustadt wirkt.

Bisher hat Vorfahrt, wer wie hier in der Straße Gelber Stern die Kurve nimmt. Der Ortsrat Stadtmitte/Neustadt schlägt Rechts vor Links vor - dann hätten Fahrzeuge aus dem Brühl Vorfahrt. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Der Ortsrat Stadtmitte/Neustadt lässt nicht locker beim Thema Verkehr im Gelben Stern: Aus Sicht der Ortspolitiker ist die Situation dort aufgrund der schmalen und teilweise von Treppen unterbrochenen Gehwege, des holperigen Pflasters und der schmalen Fahrbahn für Fußgänger und Fußgängerinnen besonders gefährlich – erst recht für Menschen, die in der Mobilität eingeschränkt sind oder kleine Kinder dabei haben.

Um zu erreichen, dass in der Straße langsamer gefahren wird, hat der Ortsrat in seiner Sitzung am Mittwochabend mit einem einstimmigen Antrag die Verwaltung aufgefordert, eine Änderung der Vorfahrtsregelung zu prüfen: Bisher gilt an der Einmündung vom Brühl in den Gelben Stern eine abknickende Vorfahrt für den Verkehr aus Richtung Wollenweberstraße in Richtung Godehardsplatz. Wer aus dem Brühl kommt, muss warten. Nun soll die Verwaltung prüfen, ob dort auch rechts vor links gelten könnte. Dann müsste der Verkehr im Gelben Stern warten und die Fahrzeuge aus dem Brühl vorlassen.

Einen möglichen Einwand brachte Edeltraud Groenda-Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) vor: Wer vom Brühl links abbiegen und den Gelben Stern Richtung Wollenweberstraße aufwärts fahren wolle, käme vermutlich an wartenden Autos gar nicht vorbei. Die Ortsratsmitglieder stimmten trotzdem für den Antrag; ob die Umsetzung machbar sei oder nicht, werde sich bei der Prüfung erweisen.

Weniger Verkehr als 2022 am Godehardsplatz

Erfreut waren die Mitglieder des Ortsrates über das Ergebnis einer Verkehrszählung vom September am Godehardsplatz. Die hat ergeben, dass dort an Wochentagen nur noch um 3300 bis 3400 Fahrzeuge unterwegs waren, während im Juli 2022 trotz Sommerferienzeit wochentags 3700 bis 4500 Fahrzeuge gezählt wurden. Der Ortsrat hatte befürchtet, nach der Öffnung der Johannisbrücke im September 2023 könnte sich die Strecke zum Schleichweg um die gesperrte Dammstraße entwickeln. Daher wurde ein zeitweises Verbot der Einfahrt in die Johannisstraße zwischen 6.30 und 8.30 Uhr beschlossen – eine Maßnahme, die offenbar wirkt.

Wiederholt hatte die Ortsrats-CDU den schlechten Zustand des Fußweges vom Langelinienwall zum Palandtweg angesprochen. Die Stadt hat inzwischen den Weg neu asphaltieren lassen. Doch auch die Abgrenzung zum Parkplatz des benachbarten DRK-Seniorenwohnheims Am Langelinienwall hatte Dirk Bettels (CDU) mehrfach als unansehnlich kritisiert. Katharina Schramm (CDU) fragte nun erneut an, ob der Betreiber des Heims tätig werde. Auf Nachfrage der HAZ kündigte Karsten Berlinecke, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Hildesheim als Betreiber des Heims, nun Verbesserungen an: Das DRK habe die Arbeiten ausgeschrieben und bereits Angebote erhalten, Beginn sei im nächsten Jahr. Die Abgrenzung werde verschönert und mit einem Zaun versehen.

Dirk Neumann vom Fachbereich Stadtplanung teilte mit, dass in der Neustadt jetzt auch Fassadenförderungen möglich sind, da der Stadtteil in ein Städtebauförderprogramm aufgenommen wurde. Gefördert werde bis zu einem Drittel der Kosten und bis zu 30.000 Euro. Wichtig sei, zuerst ein Beratungsgespräch zu führen, dann den Antrag zu stellen, und erst danach mit Arbeiten zu beginnen.

Ortsrat fördert Nistkästen für Mauersegler

Aus seinen Mitteln will der Ortsrat die Tauschhütte der Vinzenzpforte mit 900 Euro unterstützen, 400 Euro erhält die Jugendfeuerwehr für neue Jacken und 900 Euro die Grundschule Alter Markt für Sitzmöbel. Außerdem fördert der Ortsrat mit 500 Euro Nistkästen für Mauersegler. Die fänden immer weniger Möglichkeiten für den Nestbau, berichtete Uwe Schneider vom Vorstand des Nabu Hildesheim. Die Anregung für die Unterstützung war von Dirk Bettels ausgegangen, der sein Wohnhaus als Standort zur Verfügung stellen wollte. Die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte II könne bei der Anbringung behilflich sein, erklärte Ortsbrandmeister Thomas Rode – denn die Nistkästen müssen in mindestens 6 Metern Höhe befestigt werden. Der Ortsrat entschloss sich zu einer Förderung an den Nabu für Nistkästen, unabhängig von bestimmten Personen oder Gebäuden.

Die Ortsratsmitglieder Marcus Hollenbach (parteilos), der sein Mandat niedergelegt hat, und Constantin Janzen (CDU), der nicht mehr im Ortsratsbereich wohnt, sind jetzt offiziell ausgeschieden. Für sie sind Edeltraud Groenda-Meyer und Mirco Weiß (CDU) nachgerückt.

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