Von Andreas Mayen
Hildesheim. Der dritte Autobahnanschluss an der A7-Brücke über den Stichkanal wird nicht vor dem Jahr 2025 fertiggestellt. Diesen Zeitrahmen hat Michael Veenhuis, Bereichsleiter Stadtentwicklung im Rathaus, in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses genannt.
Die Stadt drängt seit Jahren auf den dritten Anschluss, um das Gewerbegebiet Nord anzubinden. Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, erledigt sie wie berichtet jetzt die weiteren Planungen bis zur Planfeststellung in eigener Regie. Die bisher damit beauftragte Landesstraßenbaubehörde in Bad Gandersheim hatte die Arbeiten an dem Vorhaben in der ersten Jahreshälfte 2018 eingestellt. Die Stadt übernimmt nun die Objektplanung der Verkehrsanlagen, Baugrunduntersuchung, Vermessung, Lärmschutz, Entwässerungsanlagen, Umweltverträglichkeit, Artenschutz und Landschaftspflege.
Für alle Straßenbaubehörden in Niedersachsen gilt seit diesem Jahr eine neue Priorität: Zuerst arbeiten sie an der Sanierung von Brücken, alle anderen Planungen werden beiseitegelegt. Betroffen davon sind drei Hildesheimer Projekte. Das sind die Brücke der Bundesstraße 6 über die B 494, die Brücke im Verlauf der Bundesstraße 1 über die Autobahn 7 und der Autobahnanschluss Hildesheim-Nord zum Gewerbepark Hildesheim-Giesen. Während die Brücken nun zuerst für eine Sanierung eingeplant sind, wurde der A7-Anschluss auf Eis gelegt. Veenhuis: „Der Autobahnanschluss ist elementar für unser wichtigstes Projekt, den Gewerbepark Hildesheim-Giesen.“
Für die Planungsarbeiten kommen keine Kosten auf die Stadt zu. „Sämtliche Ausgaben übernimmt die Landesstraßenbauverwaltung“, sagte Veenhuis im Finanzausschuss. Dieser stimmte dem entsprechenden Vertrag am Mittwoch zu, die letzte Entscheidung fällt am Montag der Rat. Die Vereinbarung soll dann am Dienstag unterschrieben werden. Eine erste Rate für die Planungsleistungen werde die Landesbehörde noch in diesem Jahr überweisen, kündigt Veenhuis an.
Es gibt einen weiteren Grund für das hohe Tempo. Ab 2021 will der Bund eine Autobahngesellschaft gründen, die dann für alle Bundesautobahnen zuständig ist. Neue Strukturen mit eventuell neuen Mitarbeitern könnten zu weiteren Verzögerungen führen. „Darum soll alles vorher geregelt werden“, erklärte Veenhuis.
Möglicherweise hat die Stadt nicht genug Personal und muss externe Ingenieurbüros beauftragen. „Das müssten wir aber dann europaweit ausschreiben.“ Was auch zu Verzögerungen führen kann. Angesichts des Zeitrahmens wird die Stadt daher die Arbeiten kaum vor 2025 abschließen.
Für den Bau der neuen B6-Brücke über den Stichkanal gibt es gute Nachrichten: Die Planfeststellung läuft seit zwei Monaten; damit ist der Weg geebnet, dass die neue Brücke 2021 befahren und die Zufahrt von der B 6 zum geplanten Autobahnanschluss ebenfalls gebaut werden kann.
