Sarstedt - Sarstedt ist um eine kulinarische Adresse reicher: Ohne viel Aufsehen – und fast gänzlich ohne Werbung zu machen – haben Surinder Singh und Kirandeep Kaur Ende März das indische Restaurant Masala eröffnet. Das Ehepaar will sich am Grasweg 9, wo früher das US-amerikanisch angehauchte Restaurant Big Chief war, den Traum von der eigenen Gastronomie erfüllen.
„Ich bin in der Gastrobranche groß geworden“, sagt der 31-jährige Surinder Singh. 2014 kam er aus dem indischen Bundesstaat Punjab im Norden des Landes nach Deutschland. In seiner alten Heimat hat er als junger Mann eine Pizzeria betrieben. Bis zuletzt arbeitete er als Koch in einem Restaurant in Hannover. Vor zwei Jahren zog er nach Sarstedt – jetzt wagt er gemeinsam mit seiner Familie dort den Schritt in die Selbstständigkeit. Ganz bewusst, denn außer in Hannover und Hildesheim gibt es hier weit und breit keine Konkurrenz für indische Küche.
Vater und Sohn stemmen Renovierung in Eigenarbeit
Wer das Masala betritt, wird vom dezenten Geruch von Räucherstäbchen und entspannter Musik empfangen. Wer sich noch an das Innere des Big Chief erinnern kann, wird die Räume kaum wiedererkennen. „Die Gäste sind oft überrascht, was aus der Location geworden ist“, sagt Singh. Nach monatelanger Arbeit hat sich das Restaurant komplett verändert – vieles haben Singh und sein Vater selbst gemacht.
Es gibt einen großen Essensbereich im Zentrum, einen an der Glasfront zur weitläufigen Terrasse. Eine Bar mit langem Tresen erstreckt sich an der einen Wand des Raums. Insgesamt – innen und auf der Terrasse – finden etwa 200 Gäste Platz im neuen Masala. Und im hinteren Bereich stehen drei Dart-Automaten und ein Billardtisch – ein Überbleibsel des Vorgängers.
Familienmitglieder arbeiten in der Küche und im Service mit
Das Masala ist ein echter Familienbetrieb: Surinder Singh und Kirandeep Kaur kellnern und sorgen dafür, dass der Laden läuft. Auch die Schwester hilft im Service „Ich mache alles. Meine Frau auch.“ Singhs Mutter, eigentlich Bäckerin, hilft in der Küche. Und auch Singhs Vater, selbst gelernter Koch, werde wahrscheinlich bald im Masala anfangen.
Auf der Speisekarte stehen mehr oder weniger bekannte Gerichte der indischen Küche – „nicht zu scharf“, verspricht der junge Gastronom mit einem Grinsen. Viele der Speisen beinhalten Paneer – eine südasiatische Variante von Frischkäse. Es gibt auch Grillteller, zum Beispiel mit Lammspießen, und auch Gerichte mit Meeresfrüchten. Eher untypisch für die Speisekarte eines indischen Restaurants – und dennoch im Masala zu bekommen – sind Currywurst, Burger und Jäger- oder Wienerschnitzel. Singh sagt, er wolle für jeden Geschmack etwas anbieten. „Sonst kriege ich meine 200 Plätze hier nicht voll.“
Trotz wenig Werbung ist das Restaurant bisher gut besucht
Über zu wenige Gäste könne sich das Masala bislang jedoch nicht beschweren, sagt Singh – ganz im Gegenteil. Schon am ersten Wochenende kamen mehr Neugierige und Hungrige, als das Team auf einmal bewirten konnte. „Das hat mich überrascht. Wir haben keine Werbung gemacht und liegen etwas versteckt.“ Tatsächlich ist das Restaurant leicht zu übersehen: Nur ein unscheinbares Schild an der Einmündung vom Nordring in den Grasweg verrät, dass sich dort ein neues Lokal verbirgt. „Die Mundpropaganda in Sarstedt funktioniert“, mutmaßt der 31-Jährige.
