Nachfolger von „Bader kommt“

Neues Geschäft zieht in die Hildesheimer Osterstraße

Hildesheim - Fliegender Wechsel in der Hildesheimer Innenstadt: Gründer Martin Silberborth redet über die Pläne seines künftigen Geschäfts in der Osterstraße.

Durch den Einzug in die Osterstraße könnten bald mehr E-Räder im Kreis zu sehen sein. Foto: Werner Kaiser (Archiv)

Hildesheim - Das Thema Ladenschließung in der Innenstadt reißt nicht ab – zuletzt hat die Pizzeria Italia in der Schuhstraße bekannt gegeben, bis Ende März die Zelte abzubrechen. Nur wenige hundert Meter entfernt drohte der nächste Leerstand, als sich das Kaffeegeschäft „Bader kommt“ zum Umzug in die Nordstadt entschied. Doch anders als so oft steht der nächste Mieter für das Geschäft in der Osterstraße bereits fest: „Harzer E-Bike“.

Das Fahrradgeschäft kommt aus dem benachbarten Seesen und bietet ausschließlich E-Räder an, erklärt Martin Silberborth. 2020 gründete er das Geschäft mit zwei Kollegen und einer Kollegin, nachdem sie von dem Angebot in ihrer Region enttäuscht wurden. „Servicewüste Deutschland“, sagt er. Zur Filiale in Seesen kam eine in Goslar dazu, Anfang April folgen nun Einbeck – und Hildesheim.

Ideale Voraussetzungen im Kreis Hildesheim

Die Domstadt hatten Silberborth und sein Team dabei von Anfang an im Blick, sagt er – einige ihrer ersten Kundinnen und Kunden kamen von hier. Auch biete der Kreis ideale Voraussetzungen für ein Fahrradgeschäft: „Ihr habt den Hildesheimer Wald. Ihr habt den Bike-Park in Bad Salzdetfurth.“ Dazu noch viele Touristen – und Studierende. „Zu uns kommen viele Studis aus Hildesheim und Göttingen, die sich zum Beispiel für einen Mädelsausflug ein Bike leihen“, sagt er. Das sei auch hier vor Ort möglich, ist er sich sicher – 20 Räder sollen darum künftig in der Osterstraße zum Verleih bereit stehen. Und auch Firmen der Region möchte Harzer E-Bike ansprechen – für Betriebsausflüge und Firmenräder. „Viele wollen ihr Auto stehen lassen, aber trotzdem bequem zur Arbeit kommen“, sagt er.

Der Verleih sei aber nur ein Standbein, das auch erst langsam Profit abwerfe – das deutlich rentablere Geschäft sei der Verkauf. Hier möchten Silberborth und sein Team auf Qualität setzen: „Es macht einen Unterschied, ob man ein Rad von Real oder vom Fachhandel kauft“, sagt er. Wichtig sei ihm ein guter Service – Beratungsgespräche gebe es darum nur nach Termin. „Jeder muss selbst entscheiden können, welches Rad zu ihm passt“, sagt er. Hierfür biete Harzer E-Bike Probefahrten an – was es so in der Region noch nicht gebe, sagt er.

Einzug könnte nicht jedem gefallen

Silberborth ist sich sicher, mit diesem Konzept in Hildesheim zu punkten – auch wenn er mit zwei oder drei Jahren rechne, bis das Geschäft richtig in Fahrt kommt. Das Hauptziel sei daher erstmal, in der Region bekannt zu werden. „Ich bin sicher, dass wir das schaffen“, sagt er. „Weil wir Bock darauf haben, das merken die Leute. Wir brennen dafür!“

Der Einzug werde dabei nicht jeden in der Stadt freuen, vermutet er – und meint damit die eingesessenen Fahrradgeschäfte. Aber: „Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagt er mit einem Lächeln.

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