Gesellschaft

Neues Giesener „Vielfaltsbuffet“ soll Flüchtlinge und Bürger miteinander verbinden

Giesen - Eine neue Aktion soll zur Integration von geflüchteten Menschen in der Gemeinde Giesen beitragen: im Juni startet das „Vielfaltsbuffet“. Allein in Giesen leben aktuell 180 Flüchtlinge.

Deutschunterricht für Flüchtlinge aus der Ukraine in der Gemeinde Giesen - nun kommt ein weiteres Angebot hinzu. Foto: Privat

Giesen - Das Giesener „Vielfaltsbuffet“ soll geflüchtete Menschen mit Bürgern und Bürgerinnen zusammenführen. Geplant ist, so zur Integration beizutragen. Laut Gemeinde soll es ein Abend der Begegnung werden, an dem die Geflüchteten sich selbst und Spezialitäten ihrer Heimatländer vorstellen. Bürgermeister Frank Jürges lobt den Giesener Verein Runder Tisch Asyl ausdrücklich für dessen Arbeit, um das neue Projekt ins Leben zu rufen.

Die Gemeinde hat nach eigenen Angaben eigens den Intregrationsbeauftragten Aimall Sharifi in Vollzeit eingestellt, um die Eingliederung der Flüchtlinge voranzutreiben. Genau dazu soll eben das „Vielfaltsbuffet“ dienen. „Alle sind eingeladen, mit den Geflüchteten ins Gespräch zu kommen und gemeinsam einen Abend zu verbringen“, wirbt die Gemeinde.

Kulturelle Vielfalt soll durch den Magen gehen

Menschen diverser Nationalitäten sollen Gerichte aus ihrem Land auftischen. Die Absicht: Kulturelle Vielfalt soll an dem Abend sprichwörtlich auch durch den Magen gehen. Wer mitmachen will, wendet sich an den Integrationsbeauftragten: aimall.sharifi@giesen.de oder 05121/93 10 36.

In der Nachbarkommune Nordstemmen gibt es bereits seit Jahren den „Markt der Kulturen“, der Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringt. Die Aktion in Giesen soll am Samstag, 3. Juni, um 17.30 Uhr im Thomas-Morus-Haus (Paradiesstraße 9) starten.

In der Gemeinde Giesen (9762 Einwohner) leben aktuell rund 180 Flüchtlinge in Privatwohnungen, Gemeinschaftsunterkünften oder Hotels. Insgesamt wohnen 592 Bürger ausländischer Herkunft in der Kommune. Die stammen aus 50 Ländern aus vier Kontinenten. Giesen rechnet mit weiteren Flüchtlingen. „Zuständig ist der Kreis, mit dem die Gemeinde gut zusammenarbeitet“, so Bürgermeister Jürges. Die Giesener Kapazitätsgrenze sei „inzwischen nahezu erreicht“.

Anspruchsvolle Aufgabe

Neben Giesen ist die Integration der geflüchteten Menschen für Kommunen in der Region eine anspruchsvolle Aufgabe: Insgesamt leben im Kreis Hildesheim aktuell 769 Asylbewerber und Asylbewerberinnen, die überwiegend aus Syrien, Irak, Afghanistan und dem Sudan stammen. Hinzu kommen 2167 Menschen aus der Ukraine. „Der Kreis kann nicht eigenständig über die Aufnahme entscheiden, sondern ist verpflichtet, durch das Land festgesetzte Aufnahmequoten zu erfüllen“, so Kreissprecherin Birgit Wilken.

Das Land hat seine Aufnahmequote für ukrainische Vertriebene übererfüllt. Eine neue Quote gibt es nicht, das Land hat per Erlass mitgeteilt, dass die bestehende bis weit in den Sommer weiter gilt.

Familien zusammenführen

Geflüchtete aus der Ukraine werden nur noch sporadisch dem Kreis etwa bei Familienzusammenführungen zugewiesen. Dagegen muss er aber zunehmend Menschen aus anderen Ländern (Asylbewerber) aufnehmen. Derzeit weist das Land pro Woche zwischen 25 und 30 Personen dem Kreis zu. Der muss noch bis zum 30. September 537 Asylbewerber unterbringen.

In Hildesheim leben 5343 Geflüchtete, die entweder im Asylverfahren sind, einen Anerkennungsstatus oder eine Aufenthaltserlaubnis für Ukraineflüchtlinge haben. Die Stadt hat derzeit 1246 Flüchtlinge ihren Unterkünften zugeteilt. Von denen wohnen 660 in einer Gemeinschaftsunterkunft, 586 Personen in einer Wohnung. Zudem leben 120 Personen, die staatliche Unterstützung beziehen, in einer selbst gemieteten Wohnung. 1595 Flüchtlinge aus der Ukraine sind privat untergebracht. Heißt: Sie leben in einer selbst gemieteten Wohnung oder bei Verwandten oder Freunden.

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