Alpenküche und Mittelalter-Gelage

Kult-Lokal Excalibur aus Hannover findet neue Bleibe in Algermissen

Algermissen - Bislang hat er das Kult-Lokal Excalibur in Hannover betrieben. Jetzt will Werner Eggert in einem ehemaligen Landgasthof in Algermissen nicht nur Alpenküche und Mittelalter-Gelage anbieten, sondern auch indisches Essen.

Gastronom Werner Eggert will im ehemaligen Alten Haus in Algermissen noch einmal durchstarten. Foto: Sebastian Knoppik

Algermissen - 22 Jahre Jahre lang hat Werner Eggert in Hannover das Lokal Excalibur betrieben. Nicht nur bei Mittelalter-Freaks war das Restaurant beliebt, in dem deftige Speisen und Getränke wie in früheren Jahrhunderten serviert wurden. Gruppen konnten sich dort für die Gelage anmelden und bekamen dann unter anderem „gefüllte Pasteten mit Faschiertem von allerlei Getier“ oder „Gegrilltes vom Federvieh und ganzer Kapaun auf dem Tischspieß“ aufgetischt.

Doch damit war es zunächst vorbei. Die Stadt kündigte den Mietvertrag für den Bemeroder Rathauskeller wegen Mängeln im Brandschutz. Selbst eine Petition an Oberbürgermeister Belit Onay mit knapp 1000 Unterstützern half nichts. In Hannover ist endgültig Schluss mit dem Excalibur.

Früher war hier eine Landschlachterei

Doch es geht weiter in Algermissen. Dort hat Werner Eggert ein für ihn optimales Gebäude gefunden. Und er will sein Konzept hier noch deutlich ausweiten. So gibt es im ehemaligen Landgasthof Altes Haus im Piepenbrink zwei Küchen sowie eine Produktionsstätte für Fleisch und Wurst. Denn der Algermissener Konrad Deppe hatte hier einst nicht nur eine Gaststätte, sondern auch eine Landschlachterei betrieben.

Eggert und sein Team wiederum backen nicht nur eigenes Brot für das Lokal, sondern produzieren auch die Wurst selber. „Deswegen brauchten wir so einen Laden“, sagt Eggert.

Fachwerk statt Gewölbekeller

In dem Landgasthaus gibt es zwar keine Gewölbe wie im Bemeroder Rathauskeller, dafür aber urige Fachwerkbalken. Und der 66-jährige Eggert will sein Konzept in Algermissen noch ausweiten. Im Erdgeschoss des Gebäudes soll neben dem Excalibur auch das ebenfalls bislang im Bemeroder Gewölbekeller untergebrachte Black Pearl eine neue Heimat finden. Dahinter verbirgt sich „Erlebnis-Piraterie“ mit Rodizio, also gegrilltem Fleisch vom Spieß.

Im Obergeschoss plant der 66-Jährige eine auf den ersten Blick eigenwillige Kombination. Hier soll zum einen Alpenküche, also etwas wie Wiener Schnitzel und Kaiserschmarrn, angeboten werden. Eggert ist zwar in Hannover geboren, aber sozusagen ein halber Wiener. Seine Mutter kommt aus der österreichischen Hauptstadt. Er selbst ist jedes Jahr mindestens einmal dort.

Brathendl und Hähnchen-Curry

Außerdem sollen indische Gerichte auf der Karte stehen. Hier arbeitet Eggert mit einem indischen Gastronom zusammen. Für ihn ist die Kombination von österreichischem Brathendl und indischem Curry gar nicht so widersprüchlich. Er will durch das breit gefächerte Angebot erreichen, dass für jeden etwas dabei ist.

Die kulinarische Bandbreite in dem neuen Algermissener Lokal ist damit aber noch längst nicht erschöpft. In einem Nebenraum will Eggert irisches Whiskey-Tasting anbieten. Außerdem möchte er den großen Biergarten wiederbeleben und auf dem Außengelände auch Veranstaltungen auf die Beine stellen. So kann er sich etwa einen Weihnachtsmarkt zusammen mit der Algermissener Dorfbevölkerung vorstellen.

Weites Einzugsgebiet

Als Zielgruppe aber hat er natürlich nicht nur die Algermissener im Blick. „Wir haben ein riesengroßes Einzugsgebiet“, erklärt Eggert. Und dank des Bahnhofs in Algermissen sei es für die bisherigen Stammgäste aus Hannover nicht viel weiter als vorher. Laut Eggert brauchten sie bislang vom Hauptbahnhof etwa 20 Minuten zum Lokal nach Bemerode. Künftig werden es demnach 25 Minuten sein.

Trozt Corona soll es mit dem Lokal in Algermissen schon bald losgehen. Ab Anfang Januar will Eggert seine Dekoration und seine Küchengeräte aus Hannover nach Algermissen schaffen. Der Gastronom geht davon aus, dass ab Mitte Januar Restaurants wieder öffnen dürfen. Und sobald es möglich ist, soll auch die neue Erlebnisgastronomie starten.

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