Hildesheim - Wer oben auf dem Stimmzettel steht, hat es leichter, die Aufmerksamkeit der Wähler auf sich zu ziehen – kein Wunder also, dass in den Aufstellungsversammlungen mancher Parteien die vorderen Listenplätze besonders begehrt waren. Und wo die Auseinandersetzung darüber nicht öffentlich geführt wurde, glühten in einigen Fällen vor den Versammlungen die Telefondrähte.
Doch die vergangenen Kommunalwahlen haben gezeigt, dass man es auch ohne eine Position ganz oben in den Hildesheimer Rat schaffen kann, wenn man nur bekannt und beliebt genug ist. Bestes Beispiel dafür ist Erhard Paasch: Der Sozialdemokrat aus der Weststadt stand dort vor fünf Jahren auf dem fünften Platz der SPD-Liste – und der gilt in der Regel nicht gerade als aussichtsreich. Doch Paasch, seit 2011 Ortsbürgermeister auf dem Moritzberg, gelang das Kunststück, mit 3275 Stimmen die meisten aller Kandidaten aller Parteien zu holen. Auch diesmal steht der inzwischen 85-Jährige auf Rang fünf; er dürfte der Wahl gelassen entgegensehen. Auch der CDU-Politiker Ulrich Kumme startete 2021 von einer hinteren Position durch: Der ehemalige Oberbürgermeister, Ex-CDU-Fraktionschef und frühere Ochtersumer Ortsbürgermeister stand in der Südstadt auf Platz sieben, bekam gleichwohl 1431 Stimmen und damit stadtweit die viertmeisten aller Christdemokraten. Klar, dass auch Kumme im Rat landete. Auf seine Bekanntheit und sein Stimmenpotenzial kann die CDU diesmal nicht setzen: Er tritt am 13. September nicht mehr an. Anders als sein Parteifreund Martin Eggers. Der Himmelsthürer, obgleich nur auf Platz 4 in der Weststadt, holte mit 1744 stadtweit das beste Ergebnis aller CDU-Bewerber. Diesmal steht Eggers auf Fünf.
