Hannover - Niedersachsen will den Impfstoff von Astrazeneca künftig auch für jüngere Menschen frei geben. Dann können sich in den Impfzentren auch unter 60-Jährige mit dem Vakzin impfen lassen. Das kündigte der Leiter des Corona-Krisenstabs, Heiger Scholz, am Dienstag an. „Wir sind dabei, das vorzubereiten“, sagte Scholz. Er rechne mit einem Start in der kommenden Woche.
Normalerweise ist das Mittel nur für Menschen über 60 vorgesehen, mit entsprechender Beratung werden aber bereits in den Hausarztpraxen auch jüngere Menschen auf Wunsch mit dem Vakzin geimpft.
Keine freie Wahl bei Anmeldung
Wer sich auf die Warteliste für eine Impfung setzen lässt, kann dort seine Bereitschaft für eine Impfung auch mit Astrazeneca melden, erklärte Scholz. Eine freie Wahl des Impfstoffs soll es nicht geben: Wer einen Termin mit Astrazeneca bekommt, aber Bedenken hat, muss sich um einen neuen Termin bemühen.
Nach Angaben von Scholz kann Niedersachsen Astrazeneca jetzt auch in den Impfzentren für unter 60-Jährige zur Verfügung stellen, weil der Bund für Juli wieder größere Liefermengen des Impfstoffs angekündigt hat. Zuletzt waren die Astrazeneca-Lieferungen an die Impfzentren für Zweitimpfungen reserviert gewesen.
Land blieb auf Impfdosen sitzen
In den vergangenen Tagen war das Land aber auf Tausenden Dosen Astrazeneca sitzen geblieben. Die Zahl der nicht besetzten Termine mit dem Impfstoff wuchs kontinuierlich an. Im Impfzentrum der Region Hannover auf dem Messegelände standen am Montagabend rund 1700 freie Impftermine mit Astrazeneca allein für Mittwoch zur Verfügung. Inzwischen sind es fast 2000.
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Scholz zeigte sich mit Blick auf die erhoffte Beschleunigung der Impfkampagne im Juli aber eher skeptisch. Es gebe schlicht noch keine verbindliche Zusage des Bundes, wie viel Impfstoff ausgeliefert wird. „Wir haben noch nicht den Eindruck, dass uns die Impfstoffschwemme im Juli erreicht.“
Niedersachsen sei mit der Mehrzahl der übrigen Bundesländer weiterhin bemüht, die Impfzentren über Ende September hinaus zu betreiben. Am Donnerstag soll darüber erneut beraten werden.
Von Marco Seng.
