Nimmersatt: Alle wollen die Hildesheimer Raupe

Titel:  Beschreibung: Christa Bareis, die 21 Jahre jüngere Schwester von Eric Carle, eröffnete die Ausstellung in Hannover und plauderte aus Nähkästchen.
Christa Bareis, die 21 Jahre jüngere Schwester von Eric Carle, eröffnete die Ausstellung in Hannover und plauderte aus Nähkästchen.

Von Johannes Krupp

Hildesheim/Hannover. Seit 50 Jahren kriecht die kleine Raupe Nimmersatt aus dem Hildesheimer Gerstenberg Verlag weltweit durch die Kinderzimmer. Zum Jubiläum zeigt das Museum Wilhelm Busch in Hannover von diesem Samstag an die Ausstellung „Eric Carles Bilderbücher: 50 Jahre Die kleine Raupe Nimmersatt“. Der in Florida lebende Schöpfer der Raupe wird am 25.Juni 90 Jahre alt – wenn das kein Grund zum Feiern ist.

Bereits vor der offiziellen Eröffnung haben gestern zahlreiche Fotografen und Kameramänner ihre Linsen auf Christa Bareis gerichtet. Die Schwester von Carle ist extra aus Stuttgart angereist. In jedem Buch steht sie mit Namen: „Für meine Schwester Christa“.

Die Direktorin des Museums, Gisela Vetter-Liebenow, begrüßte sie sehr herzlich: „Es ist ein Privileg für uns!“ Bareis saß beim Pressefrühstück ganz entspannt auf ihrem Stuhl und plauderte aus dem Nähkästchen – von Berührungsängsten keine Spur. „Es ist ganz toll für mich, hier zu sein. Schließlich steht mein Name ja auch in diesem Buch. Eric hat damit dazu beigetragen, dass ich so heiße, wie ich heiße“, sagt Bareis. Auch die Geschäftsführerin des Gerstenberg V erlags, Daniela Filthaut, stand allen Rede und Antwort: „So viel Aufmerksamkeit bin ich gar nicht gewöhnt.“ Die Ausstellung findet übrigens nicht in Hildesheim statt, weil es hier keine Ausstellungsfläche in der Größe gibt.


Weltweit einzigartige Schau

Die Ausstellung selbst zeigt zum ersten Mal in Europa Originalwerke von Carle aus den 23 Bilderbüchern – natürlich auch aus „Die kleine Raupe Nimmersatt“. Aber auch aus dem ersten Titel „Brauner Bär, was siehst denn du?“ Kinder können staunend vor den etwa 120 Bildern und Skizzen stehen, nebenbei in den Büchern blättern. Die Erwachsenen werden sich über die Präzision wundern, mit der Carle seine Bilder kratzt, klebt und schneidet. Die puristischen Ausstellungsräume mit den schnörkellosen Glasvitrinen und den in Holz gerahmten Bildern an der Wand sind auf den ersten Blick eher für die erwachsenen Kunstfans. Besucher, die sich an den ausgefeilten Carle-Techniken und Entwicklungen seiner Kunst nicht satt sehen können, kommen auf ihre Kosten. Für die Kinder werden die Leseecke und die zu den Werken ausgelegten Bücher besonders interessant sein.


Morgen ist Familiensonntag

Für das Publikum öffnete das Museum erstmals gestern Abend die Türen. Heute geht es dann richtig los, und morgen starten die Organisatoren mit einem Familiensonntag und viel Programm. Mitmachstationen sollen die großen und kleinen Besucher kreativ werden lassen, außerdem bieten sie Führungen und Kulinarisches an. Bis zum 8. September ist das Museum täglich von 10 bis 18 Uhr für Raupenfans geöffnet. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Familien zahlen 14 Euro. Infos auch zu Kinder-Aktionen, Klassenangeboten und Seminaren gibt es im Internet unter www.karikatur-museum.de.


Raupenrallye in Hildesheim

Am 22. Juni soll die Innenstadt Hildesheims ganz im Zeichen der Raupe stehen. Ab 10 Uhr können Kinder eine Rallye absolvieren. An unterschiedlichen Stationen dürfen die Raupenfans zu Klebstoff, Papier und Stift greifen, Schmuck basteln, eine Riesenraupe mitbasteln, Sofortbilder mit Riesenflügeln machen und werden am Ende mit einem Geschenk belohnt. Anschließend können sie auf dem Citybeach spielen.

Christa Bareis kommt heute nach Hildesheim zu einem Spaziergang mit Verlagschefin Daniela Filthaut. Die Redaktion berichtet am Montag.

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