Nordstemmen - Der Rossmann-Drogeriemarkt an der Mahlerter Straße/Lange Maße in Nordstemmen möchte sich räumlich vergrößern und die Wand zu einem benachbarten Bekleidungsgeschäft, das über eine Standortaufgabe nachdenkt, einreißen. Der Bauausschuss machte bei seiner Sitzung am Dienstagabend den Weg für dieses Vorhaben frei und stimmte für eine Änderung des dort geltenden Bebauungsplans. In diesem ist unter anderem die zulässige Höchstverkaufsfläche festgelegt.
Die Änderung und ein größerer Drogeriemarkt würden zu einem größeren Sortiment und einer Stärkung des Standorts führen, betonte Eva Pletz (Bündnis 90/Die Grünen). Auch Vorsitzender Manfred Hänsch (SPD) befürwortete die Änderung und wies darauf hin, dass keine zusätzliche Fläche versiegelt und ein Geschäftsleerstand vermieden wird. Sein Stellvertreter Jens Pape (CDU) fand klare Worte: Wenn ein Markt geht und ein anderer sich vergrößern will, sei die Politik töricht, wenn sie nicht reagiert.
Beleuchtete Fahrradanlage für Barnten
Die Politiker befürworteten die Änderung des Bebauungsplans wie auch den Bau einer überdachten und beleuchteten Fahrradanlage für 36 Fahrräder am Bahnhof Barnten. Wie Verwaltungsmitarbeiterin Heidrun Finke erläuterte, liegen die Kosten für die Anlage bei 45 000 Euro, eine Förderung über die Kommunalrichtlinie des Bundes ist zu erwarten. Diese ist von 60 auf 70 Prozent gestiegen. Laut Finke gibt es Überlegungen, in Barnten zudem eine abschließbare Anlage für Räder zu bauen. In Nordstemmen gibt es so eine. Sie ist ausgebucht. Hänsch, der Ortsbürgermeister in Barnten ist, begrüßt eine Anlage für Räder. „Nach 13 Jahren sind die Aufzüge gekommen, nun folgen die Radanlagen. Jetzt ist der Haltepunkt fast fertig.“
Ein anderes Vorhaben stieß hingegen auf Ablehnung. Nach Erläuterungen und Stellungnahme von Lena Weber-Hupp vom Planungsbüro SRL Weber sprach sich die Mehrheit der Kommunalpolitiker gegen den Antrag des Eigentümers des Grundstücks Bonhoefferstraße 8 aus, der auf seinem Grundstück ein zweigeschossiges Gebäude errichten will und dafür die Änderung des Bebauungsplans benötigt. Gründe dafür war unter anderem, dass das neue Gebäude zwei Stockwerke haben sollte, derzeit aber nur Gebäude mit einem Geschoss erlaubt sind.
Nachbarn melden sich zu Wort
Zu Beginn der Sitzung hatte der Antragsteller sein Vorhaben vorgestellt und verteidigt sowie Angaben seitens der Verwaltung widersprochen. Auch zwei Anwohner hatten sich zu Wort gemeldet und sich gegen die Baupläne des Nachbarn ausgesprochen.
