Einzelhandel

Norwegischer Online-Supermarkt startet in Hildesheim und Teilen des Landkreises

Hildesheim - Die Oda-Kette setzt die Ausweitung ihrer Angebote in Niedersachsen fort. Wo im Kreis Hildesheim der Service kommt – und warum der Erfolg ungewiss ist.

Ein Fahrer des Online-Supermarktes Oda bei der Auslieferung einer Bestellung, hier in Hannover. Foto: Oda

Hildesheim - Von Dienstag an können die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Hildesheim sowie von Teilen des Landkreises erstmals bei einem rein online aktiven Supermarkt ihre Einkäufe bestellen und sich liefern lassen. Die norwegische Kette Oda erweitert ihr Liefergebiet ab sofort auf die komplette Kreisstadt sowie auf die Städte und Gemeinden Sarstedt, Giesen, Algermissen, Harsum, Schellerten und Söhlde. Das hat das Unternehmen am Montagabend angekündigt.

Hannover seit Anfang Juni

Oda, seit Jahren in Norwegen und Finnland aktiv, war im Februar in Berlin erstmals auf dem deutschen Markt aufgetreten und hatte sein Angebot im März auf Teile Brandenburgs ausgeweitet. Im nächsten Schritt richtete das Unternehmen ein Verteilzentrum im Westen Braunschweigs ein und kündigte an, von dort aus die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg ins Visier zu nehmen. Zu diesem Konstrukt gehört auch Hildesheim – doch wann Oda sein Angebot hierher ausdehnen würde, war im April noch unsicher, wie die HAZ damals auf Nachfrage erfuhr.

Doch in den vergangenen Wochen ging es Schlag auf Schlag bei Oda. Anfang Mai begann die Auslieferung von Bestellungen in Braunschweig, Salzgitter und Wolfenbüttel, Mitte des Monats folgten Wolfsburg und Gifhorn und zum 1. Juni Hannover und Peine. Nun vergrößert Oda sein Liefergebiet erneut. Ob und wann weitere Teile des Landkreises ins Programm aufgenommen werden, ist unklar.

Rewe macht Verluste

Unklar ist allerdings trotz der schnellen Expansion auch, wie Oda in Deutschland angenommen wird. Einkäufe über das Internet ordern und sich liefern lassen können Kundinnen und Kunden zum Beispiel bei Rewe schon seit zehn Jahren, macht damit aber nach wie vor Verluste. Die überwältigende Mehrheit der Menschen zieht es weiterhin vor, persönlich Supermarkt oder Discounter aufzusuchen und sich dort selbst zusammenzusuchen, was sie benötigen.

Die Folge: Auch reine Onlineanbieter haben es bisher nicht geschafft, massenhaft Kunden von ihrem Modell zu überzeugen. Oda glaubt aber, vor allem durch sehr hohe Automatisierung und Digitalisierung in der Logistik punkten zu können. Dass der Lebensmittel-Einzelhandel in Deutschland „noch vergleichsweise wenig digitalisiert“, biete für das Unternehmen große Chancen, zeigte sich Deutschland-Chef Malte Nousch gegenüber dem „Handelsblatt“ optimistisch.

Norweger setzen auf „Lücke“

Dass der Online-Umsatz in der Branche in Deutschland bislang weniger als zehn Prozent ausmache, schrecke ihn nicht – vielmehr sei das eine Lücke, in die die norwegische Kette mit insgesamt 9000 Artikeln stoßen wolle.

Die gebe es „zum Teil zu Discounter-Preisen, im Wesentlichen aber auf Supermarkt-Niveau“, so Oda. Was bestellt werde, werde am Folgetag geliefert, die Liefergebühr richte sich dabei nach dem Gegenwert der Bestellung. Je nach Verfügbarkeit können Kunden aus zweistündigen und fünfstündigen Zeitfenstern für die Lieferung wählen.

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