Hildesheim - Der Biber hat das Kommando in Ochtersum übernommen. Nicht etwa, dass der große Nager sich an den Bäumen am Wildgatter zu schaffen machen würde. Nein, der Biber ist das Markenzeichen der Baumarktkette OBI. Und die hat den langjährigen Hagebau-Markt am Südrand von Ochtersum jetzt auch offiziell als OBI-Markt eröffnet, ebenso wie die in Sarstedt, Alfeld und in vier weiteren Orten außerhalb des Landkreises. Der Wechsel hat eine ganze Reihe sichtbarer Veränderungen mit sich gebracht – nun läuft nach Abschluss von Umbauarbeiten und Sortimentswechsel die offizielle Eröffnungswoche.
Empfang hinter dem Eingang
Zum Hintergrund: Das Hildesheimer Familienunternehmen Stammelbach Karl Krüger GmbH & Co. KG, das insgesamt sieben Baumärkte betreibt, hatte zum Jahreswechsel den Lizenzgeber gewechselt und betreibt nun OBI- statt Hagebaumärkte.
Rund 16.000 Quadratmeter Verkaufsfläche insgesamt, davon allein 7800 im Gartenbereich, 50 Beschäftigte – diese Eckdaten haben in dem Ochtersumer Baumarkt Bestand. Wer ihn betritt, stellt dennoch schnell Veränderungen fest. Die Gänge sind breiter, und Kundinnen und Kunden kommen direkt auf die sogenannte MachBar zu – einen Anlaufpunkt, der immer von einem Mitarbeiter besetzt sein soll. Bei OBI sei das Standard: „Damit reagiert man auch ein bisschen auf das Klischee, im Baumarkt sei eh nie ein Mitarbeiter zu finden“, sagt Karsten Krüger, geschäftsführender Gesellschafter in dem Familienunternehmen. Dort soll es Auskünfte dazu geben, was wo zu finden ist, aber auch eine erste fachliche Beratung oder die Vermittlung an einen kundigen Kollegen.
Erhebliche Investitionen
Was aus Krügers Sicht ebenfalls eine spürbare Veränderung ist: „Wir waren im Bereich Garten vorher sehr stark und sind es weiterhin. Aber deutlich zugelegt haben wir bei Baustoffen, Bauelementen und generell im Do-it-yourself-Bereich.“ Ein Stück weit Vorbild sei dabei der zweite Hildesheimer OBI-Markt an der Senkingstraße, den die Familie Krüger im Zuge des Wechsels von Hagebau zu OBI vom Konzern übernommen hat: „Der Markt ist zum Beispiel extrem stark im Projektgeschäft“, stellt Karsten Krüger fest.
Sein Vater Konrad Krüger hatte zuvor Gäste wie Oberbürgermeister Ingo Meyer und Sparkassen-Vorstand Ingmar Müller zu einer kleinen Feierstunde begrüßt und die Geschichte der Firma kurz Revue passieren lassen. Er erinnerte daran, dass der Wechsel mit erheblichen Investitionen verbunden gewesen sei – für den Kauf des Baumarktes an der Senkingstraße, vor allem aber auch für Technik und Ausstattung in den bestehenden Märkten: „Da hat OBI sehr hohe Ansprüche.“
Jede Menge Bestellungen
Andererseits sei OBI in Bereichen wie Digitalisierung und Marketing einfach viel besser aufgestellt. Karsten Krüger machte das unter anderem an der Nutzung der „HeyOBI“-App fest. „Über die haben wir schon nach wenigen Tagen ein Vielfaches der Bestellungen und Abholungen, die wir vorher hatten.“ Einen zusätzlichen Schub erhofft sich Karsten Krüger von der lange erwarteten und nun angekündigten Ansiedlung des HIT-Marktes gegenüber.
Für Ingo Meyer sind der Wechsel und die Investitionen der Familie Krüger indes auch Indizien dafür, dass die Betreiber langfristig in Hildesheim Baumärkte betreiben und diese auch stetig weiterentwickeln wollen. Die vierte Generation steht jedenfalls offenbar schon in den Startlöchern: „Die OBI-Schriftzüge auf den Macarons auf dem Büfett haben unsere Enkel selbst mit Zuckerschrift gemacht“, berichtete Konrad Krüger stolz.


