Hildesheim - Na endlich: Die Politik hat einen Plan, stufenweise wird das öffentliche Leben reaktiviert. Dazu gehört auch die Kultur. Schon ab Montag können theoretisch die Museen öffnen, wenn sie hohe Sicherheitsauflagen berücksichtigen. Theater, Kino und Konzerte sollen am 22. März wieder möglich sein.
Dass die Museen zu den ersten gehören, ist absolut richtig und obendrein überfällig: Hier drängeln sich die Menschen nicht an Regalen wie in den Supermärkten, hier gibt es – zumindest in den großen Häusern – klare Wege, viel Platz, hohe Räume, Lüftungsanlagen. Die Politik hätte die Museen getrost vom Lockdown ausnehmen können.
Bei aller Freude über die neue Entwicklung: Man kann auch richtig sauer sein. Weil die Kurzatmigkeit, mit der die Politik seit einem Jahr auf die Corona-Krise reagiert, um ein weiteres Kapitel ergänzt wird. In vielen Orten Niedersachsens, auch in Hildesheim, ist die Inzidenz schon einige Zeit unter 100. Doch als Schwellenwert für mögliche Erleichterungen wurde seit vielen Wochen die 35 gehandelt. Nach den neuen Regelungen haben Museen und Ausstellungshäuser nun gerade mal eine halbe Woche Zeit, um wieder loszulegen.
Den meisten gelingt das nicht. Wie sollte es auch? Mitarbeitende sind in Kurzarbeit, Konzepte müssen entwickelt werden, um den extrem komplizierten Vorgaben Genüge zu tun. Die knappe Frist ist eine Zumutung, denn sie setzt die Häuser unter Handlungsdruck. Die Reaktionsgeschwindigkeit des Dommuseums ist großartig. Allen anderen, die langsamer sind, sollte man keinen Vorwurf machen.

