Typisch!

Olaf der Flipper, Howard Carpendale und die Hildesheimer Kommunalpolitik

Hildesheim - Ehrenamtlich Politik machen und sich fürs Gemeinwohl einsetzen – das wollen immer weniger Menschen. Unser Kolumnist meint: Wer die Krise bekämpfen will, kommt am deutschen Schlager nicht vorbei.

Dieser Mann wäre gerne Schlagersänger oder Politiker, leider kann er sich nicht entscheiden. Typisch! Foto: Julia Moras

Hildesheim - Wenn es stimmt, was wir hier in der Redaktion hören, dann schuften die Damen und Herren der Hildesheimer Kommunalpolitik derzeit, bis der Arzt kommt. Für die Wahlen im September fehlt’s nämlich an allen Ecken und Enden an geeignetem Listen-Personal. Manche Parteivertreter sollen schon so verzweifelt sein, dass sie aus der oben genannten Jobbeschreibung das Wort „geeignet“ einfach streichen. Egal wer, Hauptsache, es wird kandidiert. Wir meinen: Das muss nicht sein. Das Problem ließe sich ganz einfach lösen, wenn nicht landauf, landab erfahrene lokalpolitische Schlachthengste und -stuten freiwillig aufs Altenteil ziehen würden. Man kann doch auch weitermachen, nachdem man sich verabschiedet hat.

Howie und Heino machen es locker vor

Nehmen wir nur mal Howard Carpendale, der Mann ist 80 und nach gefühlten sieben Farewell-Tourneen immer noch putzmunter. Ich darf zitieren: „Geh’n wir aufeinander zu, oder bleibt da die Distanz? Zeigen wir die kalte Schulter, oder reichen uns die Hand?“ So singt’s der Howie in seinem aktuellen Hit „Ein neuer Morgen“ – Versöhnung, ist das nicht der Kern erfolgreicher Kommunalpolitik? Oder Olaf Malolepski, besser bekannt als Olaf, der Flipper: Wird im März 80 und geht mit seiner Tochter groß auf Tour. Dieter „Maschine“ Birr von den Puhdys spielt mit 82 zum ersten Mal in Wacken. Heino (87) tritt im Bierkönig auf Mallorca auf, bis er 100 ist. Sie merken, liebe Leserinnen und Leser: Ü80 ist im Schlager das neue Ü50, und genau so sollte es auch in der Politik sein. Mir fallen auf Anhieb jede Menge Politik-Oldies ein, die ich gerne mal wieder hören möchte. Zum Schluss kommt noch mal Olaf, der kommunalpolitische Flipper: „Die kleine Stadt war unser Paradies, auch wenn heut’ nichts mehr wie damals ist.“ Der Mann singt von Hildesheim. Wow!

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