Passage für Radfahrer und Fußgänger

Ostend-Bahnübergang hängt in Warteschleife: Erneute Verzögerung

Hildesheim - Im Sommer 2019 sollte der Bau losgehen. Aber der Bahnübergang, an dem Fußgänger und Radfahrer aus der Oststadt ins Baugebiet Ostend kommen sollen, lässt auf sich warten.

Am östlichen Ende der Goethestraße soll der Bahnübergang entstehen, der ins Ostend führt –in der Lärmschutzwand zur Oststadt ist dafür extra eine 42 Meter breite Lücke gelassen worden. Im Hintergrund ist eine der Baustellen zu sehen, auf denen derzeit in der neuen Siedlung gearbeitet wird. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Ganz genau lässt es sich nicht sagen, wann die ersten Menschen im Ostend arbeiten und wohnen werden – aber spätestens im nächsten Jahr dürfte es so weit sein, vielleicht sogar noch in diesem Jahr. Doch den geplanten Bahnübergang in der Goethestraße, der das neue Viertel mit der Oststadt verbinden soll, wird es dann noch nicht geben.

Dabei sollten die Bauarbeiten ursprünglich im Sommer 2019 beginnen, dann sollte es in diesem Jahr losgehen. Inzwischen geht die Stadt von einem Baubeginn im November 2021 aus. Die Verzögerung sei aber für die Entwicklung der Siedlung kein Problem, heißt es aus dem Rathaus.

Schon die Abstimmung mit den Anliegern war schwierig

Dessen Mitarbeitern bereitete der Bahnübergang von Anfang an Kummer: Es hatte Monate gedauert, bis sich die Verwaltung vor vier Jahren mit der Politik und den Anwohner darauf verständigt hatte, wo und wie die Passage verlaufen soll. Am Ende einigte man sich auf eine drei Meter breite und knapp 20 Meter lange Rampe am Ende der Goethestraße. Über sie sollen auschließlich Radfahrer und Fußgänger ins Ostend (und zurück) gelangen; Autos erreichen das Gebiet über die Frankenstraße und die Senator-Braun-Allee.

Für die konkrete Planung hat die Stadt ein Fachbüro verpflichtet. Doch kaum hatten die externen Experten vor zwei Jahren losgelegt, mussten sie unverschuldet nachbessern: Das Eisenbahnbundesamt (EBA), das für die Genehmigung des Übergangs zuständig ist, hatte die Umweltanforderungen verändert, berichtet Rathaus-Bereichsleiter Martin Keil. Dann hätten sich die Verhandlungen mit einem Anwohner gezogen,schließlich habe die Deutsche Bahn (DB) der Stadt „dringend empfohlen“, das Verkehrsgutachten zu überarbeiten, mit dem sie den Übergang begründet. Eine Empfehlung, der die Verwaltung zwar gern nachkam, wofür sie allerdings ein weiteres Fachbüro anheuern musste.

Die DB hat in dem Verfahren eine wichtige Rolle: Sie ist der eigentliche Antragsteller und baut den Bahnübergang – allerdings nach den mit ihr abgestimmten Plänen der Stadt. Die zahlt neben den Baukosten von rund einer Million Euro einen sechsstelligen Betrag an die Bahn, die im Gegenzug die Unterhaltung übernimmt.

Das stete Nachbessern brachte den Zeitplan ins Trudeln: Bislang hat die DB den Bahnübergang noch nicht einmal beim EBA beantragt, sagte dessen Sprecherin Heike Schmidt der HAZ. Die Bahn wiederum schiebt den schwarzen Peter dafür an das Rathaus weiter: Man warte noch auf die „vollständigen Antragsunterlagen“ der Stadt, erklärte eine DB-Sprecherin – was wiederum in Hildesheim Irritationen auslöst. „ich wüsste nicht, was da noch fehlen soll“, wundert sich Bereichsleiter Keil.

Der ist gleichwohl beruhigt. Denn hinter den Kulissen hat die Bahn der Stadt angekündigt, den Antrag zum 31. August zu stellen. Mit der Genehmigung rechnet das Unternehmen voraussichtlich Ende Februar. Der Bau soll dann Mitte November 2021 starten und im Frühjahr 2022 fertig sein. Die Verzögerung würde dann knapp drei Jahre ausmachen.

Fehlt noch was?Irritationen zwischen Stadt und Bahn

Das klinge furchtbar, sagt Keil. Doch wenn der Übergang wie geplant 2019 fertig geworden wäre, hätte die Stadt der Bahn raten müssen, ihn zunächst nicht zu öffnen: „Man kann die Menschen doch nicht in ein Gelände voller Baustellen fahren lassen.“

Diese werde es auch in absehbarer Zeit weiter im Ostende geben, was die Sicherheit beeinträchtige – zumal auch der Endausbau mit Gehwegen noch ausstehe. Wann der erfolge, hänge vom Fortschritt der Hochbauten ab, darauf habe die Stadt jedoch keinen Einfluss, sagt Keil. „Der Übergang ist sehr wichtig für das Ostend und wird gebraucht, aber eben jetzt noch nicht“, sagt Rathaussprecher Helge Miethe. Daher entstehe durch die Verzögerung auch kein Schaden.

  • Hildesheim
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.