Hildesheim - Mit dem Oscar-prämierten Film Parasite, der Thriller-Serie Squid Game und nicht zuletzt dem sogenannten K-Pop, koreanischsprachiger Popmusik, erobern koreanische Produktionen immer mehr den Weltmarkt. Der Streaming-Anbieter Netflix investierte in den vergangenen Jahren Milliarden in Filme und Serien aus Südkorea. Wer in diesen Zeiten koreanisch spricht, ist klar im Vorteil, finden Sunkyung Cho und Jongho Seo. Das Paar lernte sich in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul kennen – und bietet nun Koreanisch-Kurse in Hildesheim an.
Den 39-jährigen Seo verschlug 2013 das Studium nach Deutschland, er besuchte in Berlin Deutschkurse, ehe es nach Hildesheim ging. An der Universität Hildesheim studierte er Deutsche Literaturwissenschaft. Seine ebenfalls 39 Jahre alte Frau Cho ist seit 2017 in Deutschland. Gemeinsam ziehen sie die vierjährige Tochter Ina Seo hier groß – Seo, weil Kinder in Korea üblicherweise den Nachnamen des Vaters tragen.
Lieblingsessen in Deutschland? Die Antwort ist klar
Dass es in der westlichen Welt gerade so eine Faszination für koreanische Produktionen gibt, findet das Paar selbst spannend. Damals, während seiner Zeit in Berlin, beobachtete Seo einen Flashmob mit K-Pop. Und dachte sich: Der Hype wird nicht lang anhalten. „Aber bei so vielen Menschen weltweit ist koreanisch jetzt beliebt“, sagt er heute.
Jeden Tag sprechen sie mit ihren Verwandten in Südkorea, ein-, zweimal pro Jahr fliegen sie in die Heimat, um sie zu besuchen. Aber: Sie fühlen sich in Deutschland sehr wohl. „Es ist entspannter hier“, erklärt Cho, der Leistungsdruck von Kleinauf sei nicht so groß wie in Korea. So spiele ihre Tochter im Kindergarten – statt, wie in Südkorea, schon mit vier Jahren Englisch zu lernen. „Aber ich vermisse manchmal koreanisches Essen, vor allem Fischgerichte“, sagt Cho. Was sie in Deutschland am liebsten esse? Die Antwort kommt prompt: „Schnitzel!“
Kurse an der koreanischen Schule in Hannover
Das Paar gibt seit drei Jahren Kurse an der koreanischen Schule in Hannover. Seo unterrichtet Erwachsene, Cho Kinder. Dabei geht es nicht nur darum, die Sprache kennenzulernen, sondern auch das Essen und die Kultur. Es wird zusammen gekocht, es werden gemeinsam Serien geschaut oder Musik gehört und anschließend interpretiert.
Und Ähnliches plant das Paar, das vor Kurzem nach Diekholzen gezogen ist, nun auch für Hildesheim. Mit Unterrichtseinheiten übers Internet oder Besuchen bei der Familie zu Hause – für all jene, die vom Koreanischen nicht genug bekommen können. Eine eigene Website hat das Paar für sein Angebot noch nicht, aber Interessierte können Jongho Seo über Facebook kontaktieren.

