Wildgatter

Parkchaos am Wildgatter Ochtersum: Bald regeln Ordner die Zufahrt

Ochtersum - Wildgatter und Forstverwaltung ziehen die Notbremse: An einigen Tagen regeln künftig Ordner am Steinberg Ochtersum den Verkehrsstrom in Richtung Kupferschmiede. (mit Kommentar)

Vertrauter Anblick: Bei schönem Wetter wollen viele Menschen mit dem Auto bis ans Wildgatter fahren. Oft sorgen sie dabei aber für ein gefährliches Parkchaos. Foto: Clemens Heidrich (Archivbild)

Ochtersum - Wer bei schönem Wetter das Wildgatter in Ochtersum ansteuert, muss sich darauf einstellen, künftig nicht mehr mit dem Auto bis auf den oben gelegenen Parkplatz fahren zu dürfen. Ulrich Schartner, der bei der Stadt die Bereiche Jagd und Forst verantwortet, hat dem Inhaber der Kupferschmiede, Jean-Marc Hakemeyer, eine Sondergenehmigung erteilt, den Verkehr zu Stoßzeiten selbst zu regeln. Hakemeyer will nun Mitarbeiter einstellen, die die Zufahrt vom Frühjahr an kontrollieren.

Hintergrund sind die chaotischen Zustände, die vor allem an Wochenenden, Feiertagen und während der Ferien immer wieder eintreten. Insbesondere bei schönem Wetter machen sich meist hunderte Menschen gleichzeitig auf den Weg zum kleinen Park am Steinberg. Dies sorgte in der Vergangenheit immer wieder für einen hoffnungslos verstopften Parkplatz vor der Kupferschmiede und zudem für eine komplett zugeparkte Anfahrtsstraße. Letzteres nährte auch Befürchtungen, dass im Notfall weder Rettungswagen noch Feuerwehr die Möglichkeit hätten, schnell ans Wildgatter zu gelangen.

„Seit zwölf Jahren beschäftigt uns diese Straße schon“

Das Problem sei gewesen, dass vor allem bei schönem Wetter zu viele Fahrzeuge gleichzeitig auf der kleinen Forststraße unterwegs waren, erklärte Hans-Uwe Bringmann, langjähriger Vorsitzender des Fördervereins Wildgatter, am Mittwochabend im Ortsrat Ochtersum. „Irgendwann ging es dann weder vor noch zurück.“ Er sei 13 Jahre Vorsitzender des Vereins gewesen. „Zwölf Jahre davon beschäftigt uns diese Straße schon“, berichtete er.

Das Problem sei gewesen, dass die Stadt nur begrenzte Möglichkeiten gehabt habe, den Verkehr zu regeln. Bei der Verbindung handele es sich um keine öffentliche Straße, sondern einen Forstweg. Schon die aufgestellten Halteverbotsschilder befänden sich aus diesem Grund rechtlich gesehen in einer Grauzone. Im unteren Bereich eine elektrische Schranke aufzustellen, sei zudem nicht möglich gewesen, weil sich dort gar kein Strom befände.

Vier neue Mitarbeiter sollen den Zugang kontrollieren

Doch diese Fragen rücken nun mit der erteilten Sondergenehmigung ohnehin in den Hintergrund. Kupferschmiede-Inhaber Hakemeyer hat nun das Recht, den Zugang zu regeln. Er kündigt an, vom Frühjahr an vier Mitarbeiter einzustellen. Zwei sollen oben am Parkplatz, zwei weitere unten im Bereich der Zufahrt an der Kurt-Schumacher-Straße stehen und dafür sorgen, dass nicht zu viele Fahrzeuge gleichzeitig auf der Zufahrtsstraße und oben am Parkplatz sind. Das werde aber nicht rund um die Uhr passieren. „Die Spitzenzeiten sind meist Samstag und Sonntag zwischen 14 und 17.30 Uhr“, sagt Hakemeyer. Daneben sei es für ihn wichtig, auch die eigenen Veranstaltungen im Blick zu behalten. „Wenn wir hier drei oder vier Hochzeiten haben, müssen unsere Gäste natürlich mit Auto durchkommen“, sagt er.

Die Neuregelung macht einen Vorstoß von Claas Ebert, FDP-Ortsratsherr in Ochtersum, obsolet. Ebert hatte den Antrag gestellt, die Stadtverwaltung zu bitten, die Errichtung eines digitalen Parkmanagementsystems zu prüfen. Ziel des Systems sollte sein, die Anzahl freier Parkplätze transparent anzuzeigen, um den Verkehr so gering wie nötig zu halten und doppelte Fahrten zu vermeiden. Aber in die öffentliche Diskussion gelangte der Vorschlag nach Bringmanns Mitteilung gar nicht erst.


Kommentar: Neuen Ärger vermeiden

Es ist gut, dass das regelmäßige Verkehrschaos rund ums Wildgatter endlich beseitigt werden soll. Wer den kleinen Weg mal zu Stoßzeiten angesteuert hat, weiß, dass der bisherige Zustand unerfreulich bis gefährlich war. Der erste Schritt ist also gemacht. Im zweiten wird es darauf ankommen, ihn gerecht umzusetzen. Es wäre nämlich schlecht, wenn Ordner die Gäste der privaten Kupferschmiede automatisch durchwinken, während andere, die das öffentlich Wildgatter ansteuern, das Nachsehen haben. Vor allem dann, wenn es sich um Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen oder Bürgerinnen und Bürger mit Beeinträchtigungen handelt. Wer auch immer demnächst den Zugang regelt, wird also gut vorbereitet sein und vor Ort ein sensibles Händchen an den Tag legen müssen. Gelingt dies nicht, ist neuer Ärger programmiert. Den gilt es aber unbedingt zu vermeiden.

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