Aktueller Bericht

Personal beim Kreis Hildesheim: Hoher Krankenstand, hoher Altersdurchschnitt

Kreis Hildesheim - Der Landkreis Hildesheim beschäftigt rund 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein aktueller Personalbericht zeigt deutliche Trends. Die Kosten haben sich seit 2010 fast verdoppelt.

Die Hildesheimer Kreisverwaltung hat einen aktuellen Personalbericht vorgelegt. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Die Personalkosten des Landkreises Hildesheim haben sich seit dem Jahr 2010 fast verdoppelt: von damals knapp 43 Millionen Euro brutto auf fast 79 Millionen im vergangenen Jahr. Das liegt zum einen daran, dass die Zahl der Stellen in dem Zeitraum um 40 Prozent gestiegen ist, zum anderen an den regelmäßigen Tarifsteigerungen. Die Entwicklung der Kosten geht aus dem aktuellen Personalbericht der Kreisverwaltung hervor. Nach dessen Daten beschäftigt der Landkreis Hildesheim derzeit 1211 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind 171 Beamtinnen und Beamte (Stand 31. Dezember 2022). Ausführliche Personalberichte gab es zuletzt für die Jahre 2018 und 2021.

Neben dem Anstieg der Personalkosten zeigt der Bericht noch einige andere deutliche Trends:

Hoher Krankenstand: Die Zahl der Fehltage war im vergangenen Jahr überdurchschnittlich hoch – sie lag bei 21,6 Tagen pro Mitarbeitendem, im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre waren es nur 18,3. Besonders deutlich zeigt sich der Anstieg bei dem Anteil der Beschäftigten, die länger wegen Krankheit fehlen (vier bis 42 Tage): In dieser Kategorie zählte der Kreis im Jahr 2017 insgesamt 11.347 Fehltage, im Jahr 2021 waren es ähnlich viele, nämlich 11.017 Tage. Im vergangenen Jahr schnellte die Zahl nach oben – auf 18.149 Krankheitstage. Ein Grund könnte die extreme Krankheitswelle im Herbst gewesen sein, bei der neben Corona auch die Grippe und das RS-Virus eine große Rolle spielten.

Hoher Altersdurchschnitt: Der Altersdurchschnitt aller Beschäftigten liegt bei 46,6 Jahren. Der Anteil der Altersgruppe ab 50 Jahren aufwärts sei „bemerkenswert“, schreibt die Kreisverwaltung. 224 Mitarbeitende sind zwischen 55 und 59 Jahren, weitere 209 bereits über 60. Das heißt: Rund 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen im kommenden Jahrzehnt in den Ruhestand.

Fachkräftemangel mit Folgen: Der Fachkräftemangel ist laut Personalbericht schon seit einigen Jahren ein „zentrales Thema“. Im Bereich der allgemeinen Verwaltung versucht der Landkreis, freie Stellen möglichst intern zu besetzen. Die Suche nach externer Verstärkung ist vor allem bei Spezialaufgaben nötig. Entspannt hat sich die Lage laut Kreisverwaltung im Bau-Bereich. Neun Ingenieure und Architekten seien im vergangenen Jahr eingestellt worden, dadurch sei der Personalbedarf momentan „weitestgehend abgedeckt“. Im IT-Bereich sei die Personalnot allerdings mittlerweile „bedrohlich“. Es mangelt zum Beispiel an Systemadministratoren, die das Computernetzwerk der Verwaltung am Laufen halten. Von sechs Ausschreibungen war 2022 keine erfolgreich.

Am problematischsten ist die Situation derzeit bei der Suche nach Ärztinnen und Ärzten für das Gesundheitsamt. Auf einige Ausschreibungen gab es überhaupt keine Bewerbungen, andere wurden wieder zurückgezogen, weil die Kandidatinnen oder Kandidaten im Laufe des Verfahrens noch einen lukrativeren Job fanden. So sind derzeit laut Personalbericht 4,5 ärztliche Vollzeitstellen unbesetzt.

Fast nur Frauen in Teilzeit: Die Teilzeitquote lag in den Jahren seit 2010 immer konstant bei rund 40 Prozent. Zwar ist die Zahl der Männer, die nicht in Vollzeit arbeiten, von 16 im Jahr 2010 auf immerhin 41 im Jahr 2022 leicht gestiegen – doch nach wie vor liegt die Zahl der teilzeitbeschäftigten Frauen zehnmal so hoch, nämlich bei 439.

Stellen grundsätzlich unbefristet: In der freien Wirtschaft sind Arbeitsverträge oft befristet – davon hebt sich der Landkreis Hildesheim ab: Verträge werden laut Personalbericht grundsätzlich unbefristet abgeschlossen, eine Befristung sei die Ausnahme – zum Beispiel in den Jahren 2021/22 bei 60 zusätzlichen Stellen zur Unterstützung des Corona-Teams.

Der Personalbericht ist am Mittwoch, 21. Juni, ab 16 Uhr Thema in der Sitzung des Kreis-Finanzausschusses im großen Sitzungssaal des Kreishauses.

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