Hildesheim - In allen Vapiano-Restaurants in Deutschland soll es bald keine Pizza mehr geben. Sondern Pinsa – ein Gericht, dass der Pizza von der Machart her durchaus ähnlich ist, aber auf einem anderen Teig basiert. Das plant der Hildesheimer Gastronomie-Großunternehmer Delf Neumann, der bei Vapiano seit dem vergangenen Jahr Mitgesellschafter ist.
Den Teig für die 55 deutschen Vapiano-Filialen soll die Manufaktur liefern, die Neumann in Bavenstedt eingerichtet hat und die bereits die „We are Pinsa“-Niederlassungen in Hildesheim und anderen Städten beliefert. Die Kapazität ist bereits auf die deutlich erhöhten Anforderungen ausgelegt.
Besser als Pizza?
Pinsa-Teig wird anders als Pizza-Teig nicht nur mit Weizenmehl, sondern auch mit Reismehl geknetet. Auch soll er bis zu 72 Stunden aufgehen und nicht nur ein paar Stunden über Nacht. Im Ergebnis sei das Ganze viel bekömmlicher, erklärte Neumann im Vorjahr bei der Eröffnung des „We are Pinsa“ in der Scheelenstraße. Er sei überzeugt, dass Pinsa langfristig deutlich bekannter und beliebter werde.
Bis September soll es bei Vapiano noch Pizza geben, spätestens dann in allen Restaurants der Wechsel erfolgen, kündigt Neumann an. Nach den deutschlandweiten Öffnungsschritten seien inzwischen fast alle Vapiano-Filialen wieder geöffnet, die fehlenden würden bis Mitte des Monats folgen.
„Richtige Richtung“
Auch sonst zeigt sich Neumann angesichts der deutlich gesunkenen Inzidenzwerte und der weitreichenden Lockerungen sehr zuversichtlich: „Es geht jetzt eindeutig in die richtige Richtung. Die Impfungen kommen gut voran, die Zahlen sinken, es gibt immer weniger schwere Verläufe.“ Es sei andererseits aber auch richtig, noch eine gewisse Vorsicht zu wahren, um diese Erfolge nicht zu gefährden.
Das Interesse der Menschen, nach Monaten voller Einschränkungen und Zurückhaltung wieder Essen zu gehen, sei jedenfalls enorm. „Es ist wieder richtig was los bei uns im Cafe del Sol und in der Bavaria Alm in Hildesheim“, freut sich der Unternehmer. Zumal in der Stadt bereits die mildesten niedersächsischen Corona-Regeln ohne Testpflicht in der Innen- wie der Außengastronomie gelten.
Lob für die Kunden
Zuversichtlich zeigt sich der Unternehmer auch mit Blick auf sein Restaurant „Lewenslust“ auf dem Galgenberg, das vor allem für Familienfeiern beliebt ist. Diese sind im Kreis Hildesheim seit kurzem unter Auflagen wieder mit bis zu 100 Personen gestattet. „Wir können da aber nichts aufholen, wir sind für dieses Jahr im Prinzip ausgebucht mit den Feiern, die letztes Jahr ausgefallen sind“, merkt er an. Zugleich sei er optimistisch, dass die Bedingungen bald noch besser werden. Wenn die Lage stabil bleibt und immer mehr Menschen doppelt geimpft sind, hoffe er, dass Auflagen wie Test- und Maskenpflicht bei Familienfeiern auch bald wegfallen.
Von den Kundinnen und Kunden sei er jedenfalls begeistert: „Es herrscht eine sehr positive Grundstimmung, viel Verständnis für verbliebene Beschränkungen – die Leute sind sogar zufrieden, bei eher kühlem Wetter oder Regen unter einem Dach draußen zu sitzen“, stellt er fest.
Ein gravierendes Problem hat allerdings – wie viel Gastronomen – auch Neumann: „Uns fehlen Mitarbeiter!“ Schon vor einigen Wochen hatte er beklagt, dass in den langen Monaten der Kurzarbeit und Perspektivlosigkeit in der Branche viele Beschäftigte andere Jobs gesucht hätten. „Das konnte man auch keinem verübeln, aber jetzt fehlen die Leute, das ist noch eine große Herausforderung.“
