Diekholzen

Pläne für Baugebiet auf Klinikgelände werden konkret

Diekholzen - Der erste Entwurf für Diekholzen sieht rund 25 Bauplätze vor – und nur den Erhalt von zwei alten Gebäudenam Rand des Geländes der ehemaligen Lungenklinik.

Die meisten alten Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Lungenklinik sollen abgerissen werden – denn bisher gibt es für eine Nachnutzung keine Interessenten, und die Häuser würden dem angepeilten Straßenverlauf im Weg stehen. Foto: Werner Kaiser

Diekholzen - Die Pläne für eine neue Nutzung des Geländes der ehemaligen Lungenklinik werden konkreter: Ein Vorentwurf sieht etwa 25 Bauplätze, eine Ringstraße durch das Wohngebiet und dessen Anbindung über einen Kreisel an die Alfelder Straße vor. Der Ausschuss für Technik und Umwelt hat am Dienstagabend einstimmig die nächste Etappe eingeleitet: Das Planungsbüro Keller aus Hannover soll nun den ersten Entwurf weiter ausfeilen. Der wird voraussichtlich noch im Herbst erneut dem Fachausschuss vorgelegt und anschließend öffentlich ausgelegt.

Gemeinde bremst Visionen

Um die Nachnutzung hatte es Ende des vergangenen Jahres Unstimmigkeiten mit der Kreiswohnbau (kwg) gegeben. Die wollte das Gelände gern bebauen – doch die Pläne, die damals reiften, waren der Gemeinde eine Dimension zu groß. Die Rede war von bis zu 158 Wohnungen auf dem 55 000 Quadratmeter großen Gelände. Die Gemeinde bremste die Visionen, nutzte ihr Vorkaufsrecht und will das Wohngebiet nun nach eigenen Vorstellungen gestalten. Die kwg kann allerdings mit im Boot bleiben – der Entwurf sieht auch ein Grundstück für ein mögliches Argentum-Wohnprojekt vor, mit dem sich die Gesellschaft beteiligen könnte.

Streifen am Wald bleibt unbebaut

Offen ist noch die Frage: Was geschieht mit den alten Klinikgebäuden? Planer Michael Keller sprach sich in der Sitzung dafür aus, nur zwei der Häuser zu erhalten – und zwar am Rand des Geländes. Dieser ist planerisch eine Problemzone: Dort darf zum Wald hin ein rund 30 Meter breiter Streifen nicht bebaut werden – aus Sicherheitsgründen, falls einer der großen Bäume umfällt, die dort stehen. Die bestehenden Bauten in diesem Randstreifen hätten indes Bestandsschutz.

Für die anderen Gebäude in der Mitte des Geländes gab es laut Bauamtsleiter Klaus Bartels bisher trotz gezielter Ansprache möglicher Käufer oder Mieter kein Interesse: „Das Ergebnis war sehr ernüchternd.“ Der jetzt vorgelegte Entwurf ließe sich auch nur umsetzen, wenn die meisten Gebäude abgerissen werden. Sonst wäre für den geplanten Straßenverlauf kein Platz.

Gelände effektiv ausnutzen

Die große Herausforderung für die Planer besteht nun darin, das Gelände möglichst effektiv auszunutzen – denn die Erschließung wird wegen der Hanglage nicht billig, und das Geld muss schließlich durch den Verkauf möglichst vieler Grundstücke wieder hereinkommen. Doch Planer Keller sieht noch verschiedene Möglichkeiten, die Zahl der Bauplätze gegenüber dem Vorentwurf zu erhöhen. So steht zum Beispiel noch nicht fest, ob ein an der Südwaldstraße vorgesehener Grünstreifen mit mehreren kleineren Regenrückhaltebecken wirklich so groß werden muss wie derzeit angepeilt.

Erste Weichen hat der Fachausschuss auch für das geplante Baugebiet „Mühlenberg“ in Söhre gestellt: Der Flächennutzungsplan wird geändert, ein Bebauungsplan ausgearbeitet.

Antrag zurückgezogen

Die Unabhängigen wollten noch weiter in die Zukunft blicken. Ein Antrag der Fraktion sah vor, Diekholzen auf lange Sicht nicht in Richtung Söhre, sondern eher im Norden in Richtung Hildesheim wachsen zu lassen – um die Entfernungen zur Infrastruktur der Ortsmitte nicht zu weit werden zu lassen. Mitglieder anderer Fraktionen sprachen sich allerdings dafür aus, erst einmal die aktuell geplanten Baugebiete auf dem Klinik-Gelände und in Söhre zu erschließen und zu vermarkten – und erst danach zu gegebener Zeit über neue Gebiete nachzudenken. Die Unabhängigen zogen den Antrag daraufhin zurück.

  • Region
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.