Gewerbe

Pommes-Fabrik im Norden der Region Hildesheim: Bis zu 1000 Lastwagen zusätzlich

Mehrum - Das Unternehmen McCain plant eine Produktionsfabrik in Mehrum. Jetzt waren die dafür nötigen Planungen Thema in der Hohenhamelner Kommunalpolitik.

Auf dem Gelände des Kohlehafens des Kraftwerks Mehrum - im Bild hinten, hinter dem Gewerbegebiet auf der nördlichen Seite des Mittellandkanals - könnte die McCain-Fabrik entstehen. Foto: Chris Gossmann

Mehrum - Der Bauausschusss hat grünes Licht für eine Nachnutzung des ehemaligen Kohlehafens in Mehrum als Industriegebiet gegeben. Dort plant der Tiefkühlkosthersteller McCain, ein Werk für die Produktion von Pommes Frites zu errichten. Die Politiker empfahlen in ihrer Sitzung am Montagabend, mit der Aufstellung des Bebauungsplans und der Änderung des Flächennutzungsplans wichtige Planungsschritte. Endgültig muss der Gemeinderat am Donnerstag darüber entscheiden.

Durch das neue Industriegebiet ist laut einem Gutachten mit einer Verkehrsbelastung von 2850 Fahrten pro Tag zu rechnen, davon rund 1000 Lkw-Touren. Auf der Straße über Hämelerwald zur Autobahn 2 wird der Verkehr demnach um rund 1700 Fahrzeuge pro Tag ansteigen. Deswegen gibt es vor allem aus Hämelerwald deutliche Kritik an dem Vorhaben.

„Nicht angemessene Belastung“

Aber auch viele Mehrumer fürchten die zusätzliche Belastungen durch die weiteren Gewerbeansiedlungen. Ein Bürger sprach in der Einwohnerfragestunde von einer „nicht angemessenen Belastung“. Das geplante Gewerbegebiet habe Ausmaße, die Mehrum nicht mehr verkraften könne, sagte der Mehrumer – und fragte, ob das Vorhaben der Ernst der Verantwortlichen sei.

„Ja, das ist unser Ernst“, sagte SPD-Ausschussmitglied Andreas Brinkmann, der selbst in Mehrum wohnt. Die Neuansiedlung bedeute Risiken, aber eben auch Chancen für die Gemeinde. Und zu den Chancen gehöre eben auch, dass durch die Pommes-Fabrik 450 bis 600 Arbeitsplätze geben wird. „Gleichwohl haben wir darauf hingewiesen, welche Probleme es durch den Schwerlastverkehr geben wird“, sagte Brinkmann mit Verweis auf eine entsprechende Stellungnahme des Mehrumer Ortsrats.

Schwerlastverkehr soll aus Triftstraße verbannt werden

Weil es sich um ein produzierendes Gewerbe handelt, wird die Verkehrsbelastung sogar noch verhältnismäßig gering sein, wie Mehrums Ortsbürgermeister und Ausschussmitglied Jens Böker sagte. Würde es sich um Amazon oder einen anderen Logistik-Betrieb handeln, dann würde man nicht von 1000 Lastwagen pro Tag, sondern von dem drei- bis vierfachen sprechen, so Böker.

Knifflig bei der Verkehrsplanung ist vor allem die Triftstraße. Nach Ansicht des Ortsrats ist es „nicht zumutbar“, dass dort der Schwerlastverkehr durchfährt. Eine solche Vorgabe kann allerdings nach Angaben von Hohenhamelns Bauamtsleiter Bernd Bothmer nicht im Rahmen des Bebauungsplans geregelt werden. Stattdessen soll die Verwaltung nun nach dem Willen des Ausschusses Verhandlungen mit der Verkehrsbehörde des Landkreises Peine aufnehmen, um die LKW aus der Straße zu verbannen.

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