Hildesheim - Vermutlich wird der eine oder andere Hildesheimer Ratsherr bereits an einer Erwiderung arbeiten. Denn dass die Stadtpolitik es einfach hinnimmt, sich von Baudezernentin Andrea Döring diktieren zu lassen, welche Projekte derzeit noch vorangetrieben werden können und welche angesichts der großen Personalnot erst einmal auf die lange Bank geschoben werden sollen, ist schwer vorstellbar. Das weiß auch Döring. Es ist daher vorausschauend von ihr, sich auf Diskussionen im Stadtentwicklungsausschuss einzustellen, wo das Thema auf der Tagesordnung steht.
Doch die Baudezernentin geht auch ansonsten gut gewappnet in die Sitzung. Denn dass in einem Bereich, in dem von 16 Stellen bis auf Weiteres neun nicht besetzt sind, die Maschinerie stottert, sollte auch den härtesten Kritiker der Verwaltung überzeugen. Gleichwohl wird sich Döring unangenehme Fragen gefallen lassen müssen.
Drei Ingenieure gehen auf einmal
Denn allgemeiner Fachkräftemangel hin oder her: Wenn in einem Bereich der Stadt gleich drei Ingenieure auf einmal gehen, zeugt das von einer gewissen Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen im Hildesheimer Baudezernat. Ja, dabei können der Druck durch die Politik und das oft überzogene Gemosere in der Bevölkerung an der Arbeit des Rathauses eine Rolle spielen – aber deshalb allein kündigt niemand. Die Politik wäre gut beraten, den Abgängen auf den Grund gehen, um herauszufinden, ob es daraus etwas zu lernen gibt, das einen weiteren personellen Aderlass im Rathaus verhindern könnte.
