Coronavirus

Raus mit Schnelltest: Das sind die neuen Quarantäne-Regeln in Niedersachsen

Hannover/Kreis Hildesheim - Wer wegen Corona in Quarantäne muss, kann ab sofort schneller und einfacher wieder aus der Isolation entlassen werden. Die neuen Bestimmungen.

Das Essen vor die Tür gestellt bekommen: Wer in Quarantäne muss, kann dort schneller und einfacher wieder herauskommen als bislang. Foto: Julia Moras

Hannover/Kreis Hildesheim - Zeitgleich mit der neuen Corona-Verordnung treten in Niedersachsen auch neue Regeln für die Quarantäne in Kraft. Grundsätzlich können Betroffene schneller aus der Isolation kommen als bislang, und der Weg wird einfacher. Die Übersicht.

Was gilt für Infizierte mit Symptomen?

Grundsätzlich beträgt die Quarantäne-Dauer zehn Tage, gezählt wird vom ersten Auftreten von Erkrankungsanzeichen an. Allerdings muss der Betroffene dann seit mindestens 48 Stunden symptomfrei sein. Am siebten Tag nach den ersten Symptomen besteht die Möglichkeit, sich freizutesten. Aber nur, wenn man seit mindestens 48 Stunden keine Symptome mehr aufweist.

Was gilt für Infizierte ohne Symptome?

Grundsätzlich beträgt die Quarantäne-Dauer auch hier zehn Tage, gezählt wird vom Tag des positiven PCR-Tests an. Sieben Tage nach dem positiven PCR-Test besteht die Möglichkeit, sich freizutesten.

Wer gilt als Kontaktperson?

Jeder, zu dem in den letzten zwei Tagen vor dem positiven Test oder danach ein enger Kontakt bestand. Dieser ist wie folgt definiert: Erstens: Ein Gespräch mit weniger als anderthalb Metern Abstand, unabhängig von der Dauer, bei dem nicht beide Personen eine Maske trugen. Zweitens: Mehr als zehn Minuten lang weniger als anderthalb Meter Abstand, wenn dabei keine oder nur eine der beiden Personen eine Maske getragen hat. Drittens: Mehr als zehn Minuten gemeinsamer Aufenthalt in einem schlecht belüfteten Raum.



Was gilt für Kontaktpersonen?

Auch für sie beträgt die Quarantäne grundsätzlich zehn Tage nach dem letzten Kontakt mit dem Infizierten. Sie können sich aber ebenfalls nach sieben Tagen freitesten. Schüler und Schülerinnen dürfen dies bereits nach fünf Tagen.



Gibt es Ausnahmen?

Kontaktpersonen müssen nicht in Quarantäne, wenn sie symptomfrei sind und eine der folgenden Bedingungen erfüllen: Sie sind geboostert, sie sind doppelt geimpft und die zweite Impfung liegt weniger als drei Monate zurück, oder sie sind einmal geimpft und zudem genesen, und entweder Impfung oder Genesung liegen weniger als drei Monate zurück.

Wie kann man sich freitesten?

Dies ist sowohl mit einem PCR-Test als auch mit einem Schnelltest möglich. Letzterer muss in einem Testzentrum oder einer Arztpraxis absolviert werden. Selbsttests sind hierfür nicht ausreichend. Um den Test abnehmen zu lassen, dürfen Betroffene die Quarantäne verlassen.



Warum reicht ein Schnelltest?

Dass ein Schnelltest zum Freitesten reicht und kein PCR-Test mehr vorgeschrieben ist, ist neu. Die Landesregierung nennt dafür zwei Gründe. Zum einen liegt das Ergebnis deutlich schneller vor – nach 15 Minuten und nicht nach 24 Stunden oder mehr. Zudem geht es darum, die Labore zu entlasten. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen erwartet die Landesregierung, dass die Labore bald noch viel mehr PCR-Tests analysieren müssen. Dabei hätten neue Infektionsfälle Priorität vor Personen, die sich freitesten lassen wollen.



Gibt es Ausnahmen?

Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen wie Altenheimen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe brauchen zum Beenden der Quarantäne weiterhin einen PCR-Test – und zwar sowohl nach sieben als auch nach zehn Tagen.

Was ist noch zu beachten?

Wer sich freitestet, soll das Gesundheitsamt und im Fall von Kindern auch Schule oder Kita über den Negativtest informieren. Wichtig zudem: Örtliche Gesundheitsämter können Quarantäne-Anordnungen treffen, die über die vom Land vorgegebenen Maßnahmen hinausgehen. Mildere Vorgaben dürfen sie hingegen nicht machen.

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