Bad Salzdetfurth - Wenn Bad Salzdetfurths Ortsbürgermeister Dr. Bernhard Evers in der Vergangenheit seinen Zylinder aufgesetzt hat, dann war das Jahr erst wenige Stunden alt. Traditionell begrüßte er beim Neujahrstreff die Vertreter von Vereinen und Verbänden im besonderen Gewand. Und so waren die Gäste, die am Samstagnachmittag zur Einweihung des Marktplatzes gekommen waren, schon etwas überrascht, als Evers mit Hut auf die Bühne marschierte. „Die Einweihung des Platzes ist schon ein besonderes Ereignis für die Stadt. Dazu wollte ich gerne ein letztes Mal in meiner Zeit als Ortsbürgermeister den Zylinder aus dem Schrank holen“, sagte Evers. Zuvor hatte sich Bürgermeister Björn Gryschka über die große Zahl an Festgästen gefreut.
Ein fünfjähriges Projekt nimmt ein gutes Ende“, erklärte der Verwaltungschef und erinnerte bei der Gelegenheit an den Ratsbeschluss im Jahr 2016. Ein Berliner Architekturbüro übernahm die Planung. Auch die Einwohner konnten sich beteiligen. Ihnen war es wichtig, Wasser erlebbar zu machen. Mittlerweile haben viele Menschen die Treppe hinab zur Lamme lieb gewonnen. „Ich persönlich bin vom Marktplatz überzeugt. Er wird in den nächsten Jahrzehnten eine gute Zeit vor sich haben und auch zur Belebung der Altstadt beitragen“, meinte Gryschka. Ihm sei es zudem ein Anliegen, leer stehende Gebäude und Geschäfte mit neuem Leben zu erfüllen. „Ideen sind in diesem Punkt gefragt“, so der Bürger-meister. Auch aus dem touristischen Bereich habe er positive Rückmeldungen erhalten. Gryschka dankte den Anliegern in der Markt-, Ober- und Unterstraße, die längere Zeit mit Sperrungen, Lärm und Dreck leben mussten.
Als einen schönen Erfolg auf der Zielgeraden wertete er, dass statt der geplanten 2,5 Millionen Euro Baukosten die Rechnung nun 300000 Euro geringer ausfällt. Durch die Ersparnis bestünde nun die Chance, den Marktplatz zu vervollständigen. Eine Option sei es, die Kronprinzbrücke etwas aufzuhübschen. Für zwei weitere Holzbänke hätten sich zudem die Volksbank und die Reiheleute als Sponsoren angeboten. Gryschka setzt in der Zukunft auch auf EU-Mittel, um weitere Projekte in die Tat umzusetzen. Das Projekt Marktplatzumgestaltung wurde dagegen komplett aus städtischen Mitteln finanziert.
Parksituation
Auch die Parksituation habe die Verwaltung im Auge. Er appellierte an die Autofahrer, nur die ausgewiesenen Parkflächen zu nutzen. Ortsbürgermeister Evers ist vom Bild des Marktplatzes begeistert: „Wir haben nun ein frisch umgebautes, renoviertes Wohnzimmer. Die großzügige und schlichte Art lädt zur Begegnung ein“, meinte Evers. Er freue sich schon auf das nächste Altstadtfest, das dort gefeiert wird oder den geschmückten Tannenbaum. Mit dem Kurbetrieb sei es gelungen, für den Hotze einen neuen Platz im Kurpark zu finden.
Viel Zustimmung
Bei den Bad Salzdetfurthern findet der neue Marktplatz viel Zustimmung. Es gibt aber auch einige Hinweise und Vorschläge aus der Bevölkerung. „Die Parkplatzsituation ist oftmals angespannt, hat mir eine Anwohnerin berichtet“, erklärt Verena Kontny. Der auf der Rückseite des Platzes liegende Parkplatz müsse besser ausgeschildert werden. „Viele fahren planlos durch die Stadt“, meint die Bad Salzdetfurtherin. Karl-Heinz Wenzel findet den Platz schon sehr schön, aber für den Standort der Musikbühne freitags müssten Überlegungen angestellt werden. Wenn der Wochenmarkt stattfindet, könne es schon sehr eng werden. Ein anderer Vorschlag von den Bürgern war die Ausweisung einer Spielstraße.
Bäcker lobt Verwaltung
Bäckermeister Matthias Zieseniß, der in der Nähe des Marktes ein Geschäft betreibt, war auch von den Bauarbeiten betroffen. Als er bei der Verwaltung wegen einer Straßensperrung vorstellig wurde, folgte eine schnelle Reaktion. „Zwei Tage später war das Schild weg“, erklärt Zieseniß. Er begrüßte es, dass bei der Einweihung ortsansässige Anbieter mit einbezogen wurden. Die Koordination hatte die Planungsgruppe Altstadtfest im KVV und das Netzwerk Kultur und Heimat übernommen. Der Dauerregen am Sonnabend sorgte allerdings nach einem gut besuchten Auftakt dafür, dass sich der Platz trotz eines vielseitigen kulturellen Programms schnell leerte.

