Kreis Hildesheim - Die Diskussion um Luftfilter für Schulen geht in eine neue Runde. Nun hat sich auch der Kreiselternrat (KER) zu Wort gemeldet. Der unterstützt die Forderung, Luftreinigungsgeräte in Unterrichtsräumen aufzustellen.
Inzwischen hatte auch die Bundesregierung eine Förderung „stationärer Frischluftanlagen“ zugesagt. Der Bund will den Einbau von Filtern in Klassenräumen jüngerer Schüler unterstützen. Gemeint sind fest installierte Geräte in Räumen, in denen unter 12-Jährige unterrichtet werden, die noch nicht geimpft werden könnten. Länder und Kommunen sollen die Filter in den Sommerferien installieren. Auch der Kreiselternrat setzt auf Luftreiniger. „Studien von Aerosol-Forschern belegen, dass sie Luft in einem Raum sehr effektiv reinigen können und das Infektionsrisiko nicht nur für COVID-19 erheblich senken“, so Torge Schäfer, Vorsitzender des KER. „Auch wenn durch die derzeit für die Schülerinnen und Schüler verpflichtenden Selbsttests das Risiko einer Ansteckung geringer geworden ist, so bleiben doch das Tragen von Masken und die Lüftungsanordnungen bestehen“, fügt Schäfer hinzu. Und: „Gerade im Winter führte jedoch das ständige Lüften zu einem hohen Verbrauch an Heizenergie, so dass sich aus unserer Sicht Anschaffungskosten schnell wieder amortisieren.“ Zudem sei das Lernen in Winterjacke und mit Handschuhen im vergangenen Winter für die Kinder „nicht gerade sinnvoll und motivierend“ gewesen.
„Keine Notwendigkeit“
In einigen Schulen im Landkreis sind Filtergeräte bereits im Einsatz. An der Molitoris-Schule in Harsum etwa, wo 2020 der neue Anbau in Betrieb genommen wurde, sind Anlagen installiert worden. Denn: Dort wurde ein Niedrigenergie-Gebäude errichtet: ohne Fenster zum Öffnen. „Leider sieht die Anordnung des Kultusministeriums für diese Räume keine angepassten Regeln vor, so dass auch dort die Maskenpflicht weiter gilt, auch wenn die Keimbelastung in der Luft extrem gering ist“, moniert der Kreiselternrat.
In Eime, neuer Grundschulstandort des Christlichen Jugenddorfs Deutschlands, sollen ebenfalls mehrere Filter eingesetzt werden. Auch in weiteren Schulen wie etwa in Bockenem oder Barnten sind sie gefragt. In Sarstedt und Giesen dagegen gab es schon Diskussionen. In Giesen hatte die Gemeinde einen von Eltern finanzierten Luftfilter in einer Grundschule abgelehnt. Dabei berief sie sich unter anderem auf das Landesgesundheitsamt. „In unseren Schulen gibt es keine Notwendigkeit zusätzlicher technischer Geräte. Wir können alle Räume entsprechend den Empfehlungen und Vorgaben lüften und daher uneingeschränkt nutzen.“
