Renitenter 71-Jähriger

Rentner hält erst auf der Autobahn ein Nickerchen und flieht dann als Geisterfahrer vor der Polizei Hildesheim

Landkreis Hildesheim - Ein Mann hat übers Wochenende die Autobahnpolizei in Atem gehalten. Er hielt auf der A7 bei Hildesheim an, schlief in seinem Wagen und lieferte sich ein Rennen mit den Beamten.

Die Polizei Hildesheim musste selbst Gas geben, um den flüchtigen 71-Jährigen zu stellen. Foto: Carsten Rehder/dpa

Landkreis Hildesheim - Ein 71-Jähriger hat am Samstagmorgen die Autobahnpolizei in Atem gehalten. Erst schlief der Mann in seinem Pkw in der Baustelle auf der A7, dann floh er vor der Polizei und wurde kurzzeitig zum Geisterfahrer. Nur durch Zufall konnte die Polizei den renitenten Rentner später stellen.

Der erste Notruf ging bei der Polizei am 14. März um 4.15 Uhr ein. In der Baustelle zwischen Hildesheim und der Tank- und Raststelle Hildesheimer Börde meldeten Anrufer einen Pannen-Pkw. Der Wagen stand ungesichert auf dem rechten Fahrstreifen. Sofort machte sich eine Streife der Autobahnpolizei auf den Weg. Vor Ort fanden die Beamten tatsächlich einen Range Rover Velar – und darin einen schlafenden Mann.

Ohne Licht und als Geisterfahrer zurück auf die Autobahn

Das Auto konnte problemlos fahren, es hatte keine Panne: Deswegen lotsten die Polizisten den Mann und sein Fahrzeug zur Hildesheimer Börde. Hier wollten sie – ohne Gefahr für sich und andere – sowohl Wagen als auch Fahrer überprüfen. Das gefiel dem Mann aber gar nicht. Im Laufe der Kontrolle zeigte er sich „zunehmend uneinsichtig“, wie die Polizei in einer Mitteilung schreibt. Plötzlich trat der Mann aufs Gas und raste los.

Ohne Licht fuhr er falschherum den Verzögerungsstreifen zur Raststelle in Richtung der Autobahn. Dort wendete er und brauste, jetzt wieder korrekt, in Richtung Kassel davon. Die Polizisten nahmen die Verfolgung auf. Nach wenigen Kilometern hielt der Mann wieder mitten auf der Fahrbahn an. Die Beamten versuchten, den Flüchtigen anzusprechen.

Erst am nächsten Tag geht der Mann der Polizei ins Netz

Doch erneut raste der Mann plötzlich mit hoher Geschwindigkeit davon. „Trotz intensiver Fahndungsmaßnahmen konnte der Pkw nicht mehr angetroffen werden“, schreibt die Polizei. Dass bei alldem niemand verletzt wurde, liegt wohl vor allem daran, dass die Autobahn in den Morgenstunden des Wochenendes schlicht leer war.

Am Folgetag ging der Flüchtige der Polizei allerdings ins Netz – wenn auch durch Zufall. Eine Polizeibeamtin der Autobahnpolizei Hildesheim war auf dem Weg zum Dienst. Auf der B6 in Höhe von Uppen sah sie den Pkw auf dem Gehweg parken. Sofort machte sich eine Streife auf den Weg. Vor Ort fanden die Beamten den Wagen – und wieder den 71-Jährigen schlafend auf dem Fahrersitz. Der Mann machte zwar einen verwirrten Eindruck, Gründe, ihn festzuhalten, gab es für die Polizei allerdings nicht. Sein Auto hat sie jedoch beschlagnahmt.

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