Versorgung im Notfall

Rettungsdienst-Ärger im Kreis Hildesheim: Petition gewinnt Tausende Unterstützer in drei Tagen

Kreis Hildesheim - Eine Initiative von Rettungsdienst-Beschäftigen warnt vor den Plänen des Landkreises Hildesheim. Sie hat eine Petition im Internet gestartet – der Zuspruch ist außergewöhnlich hoch.

Nicht ausreichend? Der Rettungsdienst im Kreis Hildesheim sorgt für intensive Diskussionen. Foto: Werner Kaiser (Archiv)

Kreis Hildesheim - Die Sorge um eine mangelhafte Rettungsdienst-Versorgung in weiten Teilen des Landkreises Hildesheim hat nun zu einer Petition gegen die geplanten Entscheidungen des Kreises zu diesem Thema geführt – und diese hat in kürzester Zeit enorme Unterstützung bekommen. In nur drei Tagen unterschrieben bereits knapp 8000 Bürgerinnen und Bürger den Aufruf auf der Internet-Plattform Change.org – ein außergewöhnlich hoher Wert nach so kurzer Zeit.

Zu langsam im Notfall?

Hinter der Petition steht die „Arbeitsgemeinschaft Rettungsdienst“, ein von Beschäftigten im Rettungsdienst in Stadt und Landkreis gegründeter Verein. Sie reagiert mit der Petition auf eine Abstimmung im Kreistags-Ausschuss für Verkehrssicherheit, Verbraucher- und Bevölkerungsschutz. Dort hatte die SPD-geführte Mehrheitsgruppe einer aktualisierten Version des Rettungsdienst-Bedarfsplans für den Landkreis Hildesheim sowie die Gemeinde Delligsen zugestimmt.

Die Arbeitsgemeinschaft Rettungsdienst hatte die Politik im Vorfeld eindringlich davor gewarnt, dem Vorschlag der Kreisverwaltung zu folgen. Kern ihrer Kritik: Schon jetzt verfehle der Rettungsdienst im Kreisgebiet die Landesvorgabe, bei 95 Prozent der Einsätze spätestens 15 Minuten nach der Alarmierung am Ort des Geschehens einzutreffen. Mit dem neuen Bedarfsplan werde die Quote sogar noch schlechter werden. Der Landkreis würde mit dem neuen Konzept „wissentlich gegen die Vorschriften verstoßen“, so die Rettungsdienstler. In einigen Kommunen liege die Quote sogar unter 80 Prozent, etwa in Alfeld. Der Kreis selbst hat keine auf die Städte und Gemeinden heruntergebrochenen Quoten veröffentlicht.

„Geht um sachliche Debatte!“

Die Arbeitsgemeinschaft warnt, ab Sommer nächsten Jahres würden statt der aktuell 30 Rettungswagen für Stadt und Landkreis nur noch 18 zur Verfügung stehen. Die Kreisverwaltung hat erklärt, die Zahl der Einsatzstunden werde deutlich steigen – allerdings sind dabei offenbar Wagen für Krankentransporte mitgerechnet. „Damit wird das Risiko erhöht, dass wir im Ernstfall aufgrund von nicht verfügbaren Rettungswagen in Not geraten könnten“, warnt die Arbeitsgemeinschaft. Die Situation könne sich „dramatisch ändern“.

Bis zum Dienstagmorgen hatten bereits 7895 Menschen die Petition unterstützt. Indes warnt die Arbeitsgemeinschaft Rettungsdienst vor parallelen Aufrufen und vor polemischen Attacken auf Politik und Verwaltung. Ihr gehe es um eine sachliche Debatte.

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