Verkehr

Riss in der Platte: Eisenbahnstrecke zwischen Kreiensen und Holzminden könnte zeitweise gesperrt werden

Delligsen - Bereits im Jahr 2024 musste ein Hang an der eingleisigen Eisenbahnstrecke zwischen Holzminden und Kreiensen stabilisiert werden. Jetzt droht neues Ungemach – womöglich mit Folgen für Reisende.

Auf der weitestgehend eingleisigen Strecke zwischen Holzminden und Kreiensen verkehrt die Nord-West-Bahn, im Bild zu sehen ist der Bahnübergang in Naensen. Foto: Ulrich Meinhard

Delligsen - Bei einer routinemäßigen Inspektion sind oberhalb des Portalbauwerks des Naenser Eisenbahntunnels Mängel festgestellt worden. Ein Teil der sehr steilen Böschung ist abgerutscht. „Ein weiteres Abrutschen in dem Bereich ist nicht auszuschließen“, erklärt eine Bahnsprecherin auf Nachfrage dieser Zeitung. Das abgerutschte Erdreich in dem Gebiet soll schnellstmöglich entfernt werden. Die Planung der Böschungssicherung sei bereits beauftragt, versichert die Sprecherin. Ein konkreter Termin zur Behebung des Schadens könne jedoch noch nicht genannt werden. Die Züge fahren aktuell in diesem Bereich mit verminderter Geschwindigkeit.

Riss in der Schieferplatte erstreckt sich über 30 Meter

Auf das Problem an der Bahnstrecke hatte die in Delligsen lebende SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt in einem Gespräch mit dieser Zeitung aufmerksam gemacht. Es handelt sich bei Naensen um einen Hang, genauer gesagt um eine Schieferplatte, die auf ihrer Krone einen 30 Zentimeter breiten, aber 30 Meter langen Riss aufweist. Genau darüber verläuft eine Kreisstraße, unterhalb die Bahnstrecke. Das Problem ist jedoch nicht neu. Bereits im Jahr 2024 ist der Hang mit Wasserbausteinen gesichert worden. Danach konnte die zwischenzeitlich bestehende Langsamfahrstelle aufgehoben werden.

Bei einer erneuten Streckenbegehung Ende des vergangenen Jahres sind weitere Risse entdeckt worden. Einige Steine sind bereits Richtung Gleisbett abgerutscht. Aufgrund des Steinschlagrisikos besteht jetzt erneut eine sogenannte „Vorsichts-Langsamfahrstelle“. Die Geschwindigkeit ist auf fünf Kilometer pro Stunde begrenzt, damit Zugführer rechtzeitig zum Halten kommen, falls ein Stein herabgefallen ist.

Für die Planung ist ein spezialisiertes Büro notwendig

Die DB InfraGo, die für die Hangsicherung zuständig ist, stand vor der Frage, ob eine dauerhafte Lösung – inklusive des Abtrags der gesamten Schieferplatte und eines Neuaufbaus des Hangs – nötig und möglich ist oder ob es auch schneller umsetzbare Zwischenlösungen gibt. Auf jeden Fall könnten mit den Planungen nur spezialisierte Büros beauftragt werden, heißt es.

Welche Lösung ist denn nun favorisiert, die schnelle oder die gründliche? „Wir streben eine dauerhafte Lösung an“, versichert die Bahnsprecherin. Die Planungen, sagt sie, seien im Gange. „Ob eine Sperrung während der Arbeiten notwendig ist, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.“ Sobald konkrete Planungen für die Baumaßnahme vorliegen, werde entschieden, ob eine Sperrung während der Arbeiten erfolgt.

Aktuell noch keine Auswirkungen für Reisende

Aktuell gibt es laut eines Sprechers der nicht bundeseigenen Eisenbahngesellschaft NordWestBahn keine Auswirkungen auf den Fahrplan. Wer von Holzminden nach Kreiensen fährt und dort in andere Züge (etwa nach Hannover) umsteigt, hat laut Fahrplan aber nur eine kurze Frist von fünf Minuten Zeit, um den Anschlusszug zu bekommen. Wäre aufgrund einer Verspätung der Zug nach Hannover weg (der Metronom verkehrt seit Montag wieder durchgehend auf der Strecke Göttingen nach Hannover und umgekehrt), müsste eine Stunde gewartet werden.

  • LeineBL
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