Hildesheim - In der vergangenen Woche habe ich an dieser Stelle angekündigt, liebe Leserinnen und Leser, Ihnen meine Theorie zur Romantik darzulegen. Das Versprechen löse ich nur zu gerne ein. Vielleicht erst einmal zur Begrifflichkeit. Was ist romantisch? Wenn man einem anderen Menschen das Gefühl gibt, etwas Besonderes zu sein. Und da gibt es eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten.
Nur nachgemacht
Meiner Meinung nach gibt es die abgekupferte Romantik. Also die kommt halt nicht von innen. Da hat mal irgendjemand gelesen, dass es romantisch ist, wenn der Partner nach Hause kommt und eine Reihe von Teelichtern den Weg ins Wohnzimmer erhellt. Ich für meinen Teil würde das nicht romantisch finden, sondern gefährlich. Da kann doch die Hütte abfackeln!
Eine Freude schenken
In eine andere Kategorie fallen aufmerksame Menschen, die beispielsweise genau beobachten, worüber sich der Partner oder die Partnerin freut und ihn oder sie damit überrascht. Dann gibt es noch die anerzogene Romantik. Wenn beispielsweise der Vater der Mutter immer mal wieder eine Freude macht. Und das Kind sich erinnert, wie nett die Mutter gelächelt hat, wenn sie an jedem Freitag vom Gatten einen Blumenstrauß geschenkt bekam.
Im Falle des von mir in der vergangenen Woche erwähnten britischen Ex-Königs Edward gehe ich von einem Gendefekt aus. Denn im Hause Windsor, meine ich jedenfalls, wird Romantik nicht zu Hause sein. Und was ist nun mit denjenigen, für die Romantik allenfalls eine Zeitepoche der Geschichte ist? Die sind wie frisch gefallener Schnee: rein. Frei von gesellschaftlichen Vorstellungen, von familiärem Vorleben – und vom Romantik-Gen.

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