Drogeriekette

Rossmann beschränkt Klopapier-Verkauf – und dementiert Gerüchte

Sarstedt - Die Drogeriekette Rossmann dementiert Gerüchte über eine geplante „Klopapier-Ausgabe“ – und gibt Beschränkungen für den Verkauf bekannt.

Bei Rossmann wird das Toilettenpapier rationiert.
Bei Rossmann wird das Toilettenpapier rationiert.

Sarstedt - Während sich am Donnerstag in der Sarstedter Innenstadt das Gerücht verbreitete, es solle im Drogeriemarkt Rossmann um 15 Uhr eine tatsächlich auf diese Zeit festgesetzte Ausgabe von Toilettenpapier geben, dementiert eine Mitarbeiterin des Geschäfts die Existenz einer solche Regelung.

„Nein, so regeln wir den Verkauf nicht“, sagt die Frau, die namentlich nicht genannt werden möchte. „Wir haben lediglich einzelnen Kunden auf Nachfrage die Information gegeben, dass wir am frühen Nachmittag dieses Tages eine neue Warenlieferung erwarten.“

Versuche, den Ansturm zu bewältigen

Die derzeit extrem hohe Nachfrage nach bestimmten Drogerie-Artikeln wie Desinfektionsmitteln oder eben Toilettenpapier einerseits zu bedienen, andererseits aber auch zu regeln, sei eine große Herausforderung, so die Verkäuferin. „Wir versuchen hier wirklich, den Ansturm zu bewältigen. Deshalb haben wir Leuten gesagt, kommen Sie gegen 15 Uhr wieder, dann müsste die neue Ware da sein. Aber das ist kein Ausgabetermin in dem Sinne.“

Wenn allerdings neue Lieferungen hereinkommen, beschränkt das Unternehmen die Abgabe in allen Filialen bundesweit auf ein bis zwei Packungen pro Kunde, wie eine Rossmann-Sprecherin auf HAZ-Nachfrage erklärte.

Rationen für die Kunden

Als es dann aber wirklich 15 Uhr ist, müssen zwei Verkäuferinnen die Abgabe regeln, so viele Leute stehen in der Rossmann-Filiale Schlange vor dem Toilettenpapier-Regal. Während eine der Mitarbeiterinnen pro Person eine Packung zuteilt, erklärt sie den Kunden gleichzeitig die Strategie der Rationierung: „Bitte, jeweils nur eine Packung. Wir möchten, dass möglichst alle Kunden was bekommen.“

Die meisten nehmen es mit Gelassenheit und Verständnis. Nur als sich ein Mann einfach zum zweiten Mal einreiht, fällt er dem Personal auf. „Sie haben doch gerade eben schon eine Packung bekommen!“, sagt die ausgebende Verkäuferin. Nun ja, versucht der Mann eine Erklärung, diese zweite Packung sei ja auch nicht für ihn selbst, sondern für seine Tochter. Vergebens – eine zweite Packung gibt es für den Kunden heute nicht.

Kaufen gegen die Ohnmacht

Dabei ist laut der produzierenden Firmen genug Toilettenpapier da – doch alle Versicherungen von Politikern sowie Herstellern, übermäßige Vorräte seien nicht nötig, schlagen sich im Kaufverhalten der Konsumenten bislang nicht nieder.

Was es mit dem Phänomen der sogenannten Hamsterkäufe auf sich hat, untersuchen inzwischen sogar Psychologen. Ein Grund für das irrationale Anlegen von Vorräten sei die Hilflosigkeit, die Menschen angesichts einer drohenden Infektion befalle. Laut sieht der Psychologe und Chef des Markt- und Medienforschungsinstituts Rheingold, Stephan Grünewald, in Hamsterkäufen eine Art Ersatzhandlung. „Das Coronavirus ist für die Menschen nicht greifbar“, sagt er. „Um trotzdem das Gefühl zu haben, selbst etwas tun zu können und nicht in eine Ohnmachtsstarre zu verfallen, tätigen sie Hamsterkäufe und waschen regelmäßig ihre Hände“, so der Experte. Das alles habe also vor allem einen psychologischen Effekt.

Und noch einen Aspekt sieht Grünewald: eine Quarantäne bedeute schließlich auch, „mal zwei Wochen lang allen Stress los zu sein und sich allein oder im Kreis der Familie den eigenen Interessen widmen zu können.“ Den Hamsterkäufern signalisiere die Ausnahmesituation ein „temporäres Ende des Hamsterrades“.

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