Politik-Thema in Diekholzen

Roter Berg: Wenn eine neue Fahrbahn auch neue Probleme bringt

Diekholzen - Die Straße über den Roten Berg zwischen Diekholzen und Sibbesse ist saniert, doch nach Meinung von Politikern verursacht sie mehr Ärger als vorher: Woran das liegt.

Ein Motorradfahrer legt sich am Roten Berg in die Kurve. Seit der Sanierung der Landesstraße wird dort nach den Beobachtungen der Unabhängigen öfter lärmend beschleunigt. Foto: Christian Gossmann

Diekholzen - Seit einem halben Jahr ist die Landesstraße über den Roten Berg zwischen Diekholzen und Sibbesse frisch saniert. Nach wochenlangen Umleitungen während der Bauarbeiten haben alle Autos, Lastwagen und Motorräder wieder freie Fahrt auf einer neuen Deckschicht. Also alles bestens? Mitnichten, meint die Fraktion der Unabhängigen im Gemeinderat von Diekholzen. Nach ihrer Meinung werden die Einwohner seit der Sanierung viel mehr durch den Lärm beschleunigender Motorräder oder durch quietschende Autoreifen belästigt – besonders in den Abendstunden. Die Fahrbahn verleitet offenbar stärker als vorher dazu, Gas zu geben. Der Krach habe „erheblich“ zugenommen, klagen die Unabhängigen: „Dieser Zustand ist untragbar“, schreiben sie in einem Antrag an den Gemeinderat. Die Hildesheimer Polizei hat allerdings bisher keine Hinweise, dass seit der Sanierung mehr gerast wird und von der Straße dadurch mehr Lärm ausgeht.

Blick zum Weinberg

Der Ausschuss für Technik und Umwelt der Gemeinde soll sich nichtsdestotrotz am kommenden Dienstag mit dem Thema befassen und über Möglichkeiten sprechen, den Verkehrslärm zu mindern. Die Vorschläge müssten dann anschließend mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr abgestimmt werden, denn die ist als Träger für die Straße zuständig.

Die Strecke über den Roten Berg ist in der Region neben dem Weinberg bei Nette einer der Schwerpunkte von Unfällen, an denen Motorräder beteiligt sind. Am Weinberg ist kürzlich ein Präventions-Projekt gestartet, das rasende Biker bremsen soll: Sogenannte Leitmale, Fähnchen aus flexiblem Kunststoff, sollen Motorradfahrer daran hindern, zu schnell durch eine Kurve zu fahren oder diese zu schneiden. Ob sie auch für den Roten Berg infrage kommen, muss die Diskussion in den Diekholzener Gremien und die anschließende Abstimmung mit der Landesbehörde ergeben.

Vorbilder aus Nordrhein-Westfalen

Die Unabhängigen haben bereits im Vorfeld recherchiert und sind auf unterschiedliche Maßnahmen gestoßen, die in Nordrhein-Westfalen auf unterschiedlichen Strecken ausprobiert wurden. Zum Beispiel erhabene Rüttelstreifen, die vor Gefahrenstellen quer zur Fahrbahn angelegt werden. Oder Fahrbahnteiler aus mobilen, flexiblen Elementen, die verhindern sollen, dass Biker zu schnell oder in extremer Schräglage durch eine Kurve rauschen.

Die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt beginnt am Dienstag, 9. Juni, um 17 Uhr in der Turnhalle der Grundschule Diekholzen.

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