Grünen-Vertreter tritt ab – CDU erhebt Anspruch

Rücktritt: Hildesheimer Ortsteil Stadtmitte/Neustadt braucht neuen Ortsbürgermeister

Hildesheim - Der Hildesheimer Ortsteil Stadtmitte/Neustadt braucht einen neuen Ortsbürgermeister: Amtsinhaber Marcus Hollenbach hat seinen Rücktritt erklärt.

Marcus Hollenbach (Mitte) bei seiner Wahl zum Ortsbürgermeister im November 2021 mit seinen Stellvertretern Katharina Schramm und Lukas Keller. Foto: Rainer Breda

Hildesheim - Marcus Hollenbach ist als Ortsbürgermeister für die Stadtmitte und die Neustadt zurückgetreten. Der 50-Jährige erklärte diesen Schritt am Montag gegenüber der HAZ mit gesundheitlichen Gründen.

Hollenbach ist parteilos, bei der Kommunalwahl im Herbst war er auf der Liste der Grünen angetreten, denen er bis vor einigen Jahren angehört und für die er zehn Jahre im Rat gesessen hatte. Nach eigenen Angaben hatte er am Sonntag die Verwaltung über seine Entscheidung informiert, die Mitglieder des Ortsrates waren bereits in den Tagen zuvor in einer E-Mail von ihm benachrichtigt worden.

Hollenbach behält sein Mandat im Ortsrat Stadtmitte/Neustadt

Sein Mandat in dem Gremium wolle er weiter wahrnehmen, sagte Hollenbach der HAZ. Die Ortsbürgermeister-Nachfolge werde man in internen Gesprächen erörtern. Die Grünen hatten bei der Wahl die meisten Stimmen erhalten, sie stellen wie die CDU drei Ortsratsmitglieder. Die SPD hat zwei Sitze; FDP, Unabhängige und Linke haben je ein Mandat. Hollenbach war in der konstituierenden Sitzung im November überraschender Weise einstimmig gewählt worden – auch sein Vorgänger Dirk Bettels und dessen Parteifreunde Katharina Schramm und Constantin Janzen hatten für ihn gestimmt, obwohl der CDU im Vorfeld selbst Ambitionen nachgesagt worden waren. Im Gegenzug gingen damals auch Schramms Wahl und die des SPD-Vertreters Lukas Keller zu Hollenbachs Stellvertretern einstimmig über die Bühne.

CDU: Mit Hollenbachs Wahl viel Aufbruchsversprechen verbunden

Nun aber scheinen die Christdemokraten doch Anspruch auf das Ortsbürgermeister-Amt zu erheben. Die CDU sei grundsätzlich immer bereit, Verantwortung zu übernehmen, sagte Fraktionschef Constantin Janzen auf eine entsprechende Frage der HAZ – und kündigte an, „entsprechend des breiten Bevölkerungsrückhaltes“ einen Personalvorschlag zu unterbreiten. Er bedauere das Ausscheiden Hollenbachs, da dessen Wahl mit viel Aufbruchsversprechen verbunden gewesen sei, erklärte Janzen: „Ich habe ihm Gesundheit gewünscht.“

Mehrheit für CDU-Bewerber?Das könnte knapp werden

Ob ein CDU-Bewerber für das Ortsbürgermeister-Amt mit einer Mehrheit rechnen kann, ist fraglich: Wenn sich Grüne und SPD auf einen Nachfolger verständigten, bräuchten sie nur noch eine weitere Stimme – und bislang sind weder FDP-Vertreter Henner Lenfers noch der Unabhängige Axel Kreßmann durch besondere Nähe zu den Christdemokraten aufgefallen, erst recht nicht der Linke Louis Garrelts.

Es gehe darum, eine gute Lösung für den Ortsrat zu finden, meint SPD-Vertreter Tobias Eckardt. Er finde Hollenbachs Rückzug sehr schade, verstehe ihn aber: „Manchmal erfordert es mehr Mut, die Reißleine zu ziehen, als dies nicht zu tun.“

Die Wahl des neuen Ortsbürgermeisters – oder der Ortsbürgermeisterin – ist für die nächste reguläre Sitzung des Gremiums vorgesehen. Sie findet am 4. Mai statt.

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