Schnellere Bearbeitung

Rund 220 Meldungen im Monat über die Mängelkarte in Hildesheim – und diese Beschwerde kommt am häufigsten vor

Hildesheim - Die Mängelkarte scheint Hildesheimern und Hildesheimerinnen gut bekannt zu sein: 2385 Meldungen über Schäden oder Verschmutzungen gingen in den vergangenen elf Monaten bei der Stadt ein. Die meisten Mängel sollen innerhalb weniger Tage behoben werden, heißt es.

Ein Mitarbeiter des Bauhofs schraubt die Hülse für einen neuen Pfosten in den Boden. Die Meldung des umgefahrenen Verkehrsschildes kam über die Mängelkarte. Foto: Stadt Hildesheim

Hildesheim - Wem beim Spaziergang in Hildesheim Stolperfallen durch lockere Pflastersteine auffallen, wer defekte Straßenlampen bemerkt oder sich über unerlaubt abgeladenen Müll ärgert, kann diese Beobachtungen über die Mängelkarte an die Stadt melden – damit deren Mitarbeitende sich darum kümmern. Seitdem eine überarbeitete Online-Mängelkarte im Juni 2024 an den Start ging, haben 2385 Mal Bürgerinnen und Bürger davon Gebrauch gemacht, also knapp 220 Mal im Monat – gegenüber 180 vor der Überarbeitung. Die meisten Meldungen betrafen defekte Laternen (584), gefolgt von wildem Müll (169) und verschmutzten (149) oder schadhaften (114) Gehwegen.

Eine wichtige Veränderung gegenüber der Vorgängerversion war die Einführung einer Vielzahl von vorgegebenen Kategorien. Die machen es möglich, Meldungen gleich den Sachbearbeitenden zuzuleiten, die es angeht. Das soll die Abläufe beschleunigen:„Durch direkte Zuweisung ist eine schnelle Bearbeitung in den meisten Fällen möglich“, teilt Nils Rühmann mit, Fachbereichsleiter Tiefbau, Verkehr und Grün. „Wir sind deutlich schneller geworden“, bestätigt Tom Hanel vom Fachbereich Organisation und E-Government der Stadt. In der Regel werde ein Mangel innerhalb einer Woche behoben, es sei denn es müssten zum Beispiel erst Teile bestellt werden oder die geplanten Routen des Bauhofs führen etwas später an der Stelle vorbei.

Er entdecke auf Spaziergängen in Hildesheim häufig Schäden, berichtet ein Pensionär, der nicht mit Namen genannt werden möchte. Weil seine Frau auf den Rollstuhl angewiesen ist, fielen den beiden schadhafte Gehwege besonders auf. In den letzten Jahren habe er wohl mehr als 20 Mal die Mängelkarte verwendet und gute Erfahrungen damit gemacht. Aber, fragt sich der 70-Jährige, was sollen Nutzer eigentlich machen, wenn keine der 90 Kategorien zutrifft? Gar keine ankreuzen und sich auf einen kurzen Text beschränken, das funktioniere nicht. Tom Hanel bestätigt das: Ohne Kategorie komme die Meldung bei keinem Sachbearbeiter an, die Bürger und Bürgerinnen sollten einfach das Stichwort wählen, das der Sache am nächsten kommt.

Keine negativen Rückmeldungen mehr

Auch die Angabe seiner persönlichen Daten ist dem Pensionär nicht recht. Die ist aber auch freiwillig, betont Hanel, nur die E-Mail-Adresse muss genannt werden. Und das Kästchen „Ja, diese Anregung anonym veröffentlichen“ beziehe sich nur auf den internen Gebrauch. Dadurch kann die Stadt schneller erkennen, wo sich Mängel häufen.

In den ersten Wochen nach der Überarbeitung gab es noch einige Anrufe von Einwohnern, die mit der Anwendung der Mängelkarte nicht zurechtkamen, berichtet Hanel. Doch das habe aufgehört: „Ich hatte seit neun Monaten keine negative Rückmeldung mehr.“ Die Möglichkeiten, die betreffende Stelle auf einer Karte zu markieren oder Fotos hochzuladen, werde lebhaft genutzt: „Das hilft uns enorm“, sagt Hanel – wie auch die Angabe der Nummer, die jede Straßenlaterne trägt, damit sie leichter gefunden wird. Die Mängelkarte scheint inzwischen gut bekannt, Meldungen per Telefon oder Mail kämen kaum noch vor, erklärt Stadtsprecher Helge Miethe.

Trotz des positiven Fazits werde die Mängelkarte noch weiter verbessert, sagt Hanel. Zum Beispiel gebe noch nicht automatisch eine Rückmeldung an die Nutzer, wenn der Schaden behoben sei – oder warum sich eine Reparatur mal verzögere: „Das müssen wir noch optimieren.“

Die Mängelkarte ist auf der Internetseite der Stadt Hildesheim zu finden.

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