Sarstedt - Gefahrguteinsatz in Sarstedt: Um 17.50 Uhr ging am Montag der Alarm bei der Feuerwehr ein, die bis nach Mitternacht mit mehr als hundert Einsatzkräften bei der Firma Raben zu tun hatte. Laut Unternehmen hatte ein Mitarbeiter des Logistikers beim Entladen einen Gefahrgutbehälter beschädigt. Nach Aussage der Hildesheimer Feuerwehr befand sich darin die Flüssigkeit mit dem Kennzeichen UN3266 und der Gefahrnummer 80, ein ätzender basischer und anorganischer Stoff. Dieser kann Haut, Augen oder Atemwege schädigen, heißt es im Fachblatt dazu.
Auf 350 Liter schätzt Sarstedts Stadtbrandmeister Jens Klug die Menge, die aus dem 500-Liter-Gebinde entwichen ist. Er leitete den stundenlangen Einsatz. Ein Raben-Mitarbeiter hatte den Behälter offenbar auf dem Weg vom Lastwagen zur Halle mit einem Gabelstapler beschädigt. Die Flüssigkeit breitete sich auf dem Gelände aus und lief durch die Bodenrinne in den Kanal, in dem sich sonst das Regenwasser sammelt.
Feuerwehr stoppte Gefahrgut
Die chlorhaltige Flüssigkeit gelangte aber nicht bis zur Innerste, weil die Feuerwehr mit einer Blase den Kanal verstopfte und so das Gefahrgut stoppte, erläutert Jens Klug. Am Dienstagmorgen geht der Einsatz weiter. Die Feuerwehr spült gemeinsam mit der Sarstedter Stadtentwässerung den Kanal, das dann durch das Gefahrgut verunreinigte Wasser wird aufgefangen und entsorgt.
Eine Sprecherin des Unternehmens hatte am Abend zum Inhalt und zum Unfallhergang auf Anfrage der HAZ nichts gesagt. Das komplette Gebäude sei umgehend evakuiert worden, hieß es. Niemand sei verletzt worden. Laut Feuerwehr bestand keine Gefahr für die Menschen in der Umgebung.
Der Logistikdienstleister hat die Niederlassung im Gewerbegebiet an der Helpeder Straße erst im Sommer 2022 bezogen. Auf einer Nutzfläche von insgesamt 35.800 Quadratmetern werden Waren der Konsum-, Automobil,- und Chemiegüterindustrie umgeschlagen. Darunter befinden sich auch regelmäßig Gefahrgüter.
Kein Feuer
Erste Meldungen, bei dem Unfall hätte es auch ein Feuer gegeben, zog das Unternehmen umgehend zurück.
Weil die Feuerwehr anfangs nicht wusste, um was für eine Flüssigkeit es sich handelt, löste sie vorsorglich die Dekonterminationsstufe 2 aus, für den unter anderem der Gefahrgutzug Nord sowie der ABC-Zug des Landkreises anrückte. Feuerwehrkräfte näherten sich dem Unglücksort mit besonderer Schutzausrüstung sowie Pressluftgeräten.
Insgesamt waren mehr als 130 Kräfte der umliegenden Feuerwehren sowie der Berufsfeuerwehr Hildesheim im Einsatz. Auch Sarstedts Bürgermeisterin Heike Brennecke machte sich auf den Weg zum Firmengelände in der Helpeder Straße.


