Diekholzen - Graugrüner Hallenboden mit bunten Linien, Prallwände aus Teppich, braun geflieste Umkleiden. Wer öfter in Sporthallen im Landkreis unterwegs ist, dürfte beim Betreten der Steinberghalle in Diekholzen ein Déjà-vu erleben, ist sie doch eine typische Halle ihrer Zeit. Nur liegt die mittlerweile über 40 Jahre zurück – und das Alter der Steinberghalle zeigt sich zunehmend. Für die Diekholzener Verwaltung wie auch die Politik ist darum klar: Es braucht eine Sanierung. Die dürfte das mit Abstand größte Bauprojekt der Gemeinde in den kommenden Jahren sein. Und mit mindestens 7 Millionen Euro auch das teuerste.
Denn die Liste der Mängel in der Steinberghalle ist lang, wie Bürgermeister Matthias Bludau (SPD), Hauptamtsleiter Benjamin Möhle und Armin Breitmeyer vom Vorstand der Sportfreunde Söhre bei einem Besuch vor Ort zeigen. Der Boden ist stellenweise von Rissen durchzogen, einige der runden Deckel sind locker und müssen abgeklebt werden, damit sie während eines Spiels nicht rausfliegen. Und vor den Toren ist der Boden schwarz verfärbt: „Das wieder abzuschleifen, ist kein Spaß“, weiß Breitmeyer. Auch die braunen Prallwände sind in die Jahre gekommen, die Lautsprecher kommen gegen rund 500 Hallengäste kaum noch an, die Duschen für die Schiedsrichter sind geradezu klaustrophobisch schmal. Und die Duschanlage fällt generell hin und wieder aus, sagt Breitmeyer – besonders ärgerlich, wenn gerade andere Drittliga-Handballmannschaften zu Gast sind.
Größter Energieverbraucher der Gemeinde
Insgesamt seien es zu viele einzelne Mängel, um Stück für Stück vorzugehen, meint Möhle: „Das macht keinen Sinn.“ Es brauche stattdessen den großen Wurf, die grundlegende Sanierung der Halle. Und ist die einmal vom Tisch, fügt Bludau hinzu, spare Diekholzen viel Geld. Das Alter der 1982 eingeweihten Steinberghalle zeige sich nun einmal nicht nur an dunklen Flecken auf dem Boden, sondern auch an Zahlen: Pro Jahr verbraucht die Halle 572.385 Kilowattstunden Strom und stößt 135.410 Kilogramm CO2 aus. „Die Steinberghalle ist der größte Energieverbraucher der Gemeinde“, fasst es der Bürgermeister zusammen.
Eine energetische Sanierung könnte das ändern, wie ein Gutachten des Energie-Beratungs-Zentrums Hildesheim im Jahr 2024 ergab: Der Stromverbrauch könne demnach um 74 Prozent und der CO2-Ausstoß um 61 Prozent sinken. Weniger Stromkosten bedeuteten mehr Geld für die gebeutelte Gemeindekasse, sagt Bludau. Auch Möhle bezeichnet die Energiekosten als Hauptargument für die geplante Sanierung – und hofft darauf, mit diesem Argument auch außerhalb Diekholzens punkten zu können. Genauer beim Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, das mit der sogenannten „Sportmilliarde“ einen neuen Fördertopf für Sportstätten ins Leben gerufen hat.
Förderung energetischer Sanierungen
Das Programm soll Kommunen darin unterstützen, ihre Sporthallen und -plätze nach den neuesten energetischen Standards aufzurüsten. Diekholzens Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür, sich bis Mitte Januar für den Fördertopf anzumelden. Sollte das gelingen, entfielen 45 Prozent der Kosten auf den Bund – wenn nicht gar 75 Prozent wegen Diekholzens mittlerweile leerer Kassen. Doch auch dann käme auf die Gemeinde noch immer eine stolze Summe zu, sagt Bludau. Eine Sanierung der Steinberghalle kostet voraussichtlich insgesamt 7 Millionen Euro. Mindestens.
Und auch für die Nutzer der Steinberghalle dürfte die Sanierung keine einfache Zeit darstellen, vor allem nicht für die Sportfreunde Söhre, die mit Abstand am häufigsten in der Halle trainieren und spielen. Schon jetzt ist klar, dass das während der Arbeiten nicht möglich sein wird, sagt Breitmeyer. Noch gebe es keine konkreten Überlegungen, wohin die Sportfreunde während dieser Zeit ausweichen werden – wenn sie das denn überhaupt können. Viel Auswahl gebe es im Landkreis schließlich nicht, sagt Breitmeyer, vor allem nicht in vergleichbarer Größe zur Steinberghalle. „Das wird hart“, so das Vorstandsmitglied.



