Sarstedt - Wie in Hildesheim und Bad Salzdetfurth sollen auch in Sarstedt mobile Hochwasserschutzwände besonders tief liegende Straßen vor den befürchteten Überschwemmungen schützen. Einige Wege und Parkplätze in der Stadt sind inzwischen gesperrt. Die Feuerwehr hat eine Station eingerichtet, an der sich Bürger selbst Sandsäcke befüllen und diese dann mitnehmen können. Im Ortsteil Ruthe ist die Leine über die Ufer getreten. Die Situation im Stadtgebiet in der Übersicht.
„Aquariwa“ im Einsatz
Die Sarstedter Feuerwehr hat am Samstag das „Aquariwa“-Schutzsystem an Schützen- und Wiesenstraße nahe dem Überlaufbecken Dickebast installiert. Anwohner des bei Hochwasser stets besonders gefährdeten Bereichs haben zudem zum Teil bereits Pumpen in den Kellern vorbereitet, teilweise führen Schläuche aus Kellerfenstern heraus. Am Nachmittag füllte sich der Dickebast langsam aber stetig, von Süden her floss Innerste-Wasser dort hinein. Für die Nacht und den nächsten Tag wird ein weiterer deutlicher Anstieg des Wasserstandes erwartet.
Am Nachmittag trafen sich Stadtverwaltung, Feuerwehr und THW zu einer großen Lagebesprechung, um sich für eventuelle weitere Einsätze abzustimmen. Stadtbrandmeister Jens Klug trägt die Hauptverantwortung.
Infotelefon an Heiligabend
Die Brandschützer haben im Gewerbegebiet Am Teinkamp (in dem Bereich mit Hagebau und Thomas Phillips) eine Sandsack-Abholstelle eingerichtet. Sie befindet sich Am Teinkamp, am Wendehammer in Höhe der Firma Partyrent. Für Samstag ist die Abholstelle geschlossen, am Sonntag ist sie von 8 bis 14 Uhr erneut geöffnet. Bürgerinnen und Bürger können dort hinkommen und sich selbst Sandsäcke befüllen und diese mitnehmen. Säcke und Sand liegen bereit.
Die Sarstedter Stadtverwaltung hat anlässlich des erwarteten Hochwassers ein Bürgertelefon unter der Telefon-Nummer 0 50 66/805-100 freigeschaltet. Das Telefon ist an Heiligabend in der Zeit von 8 bis 16 Uhr für allgemeine Fragen zum Hochwasser erreichbar. In Notfällen ist die 112 zu wählen. Aktuelle Informationen sind auf der Homepage der Stadt zu finden.
Leine tritt über die Ufer
Unterdessen sind drei Wege und zwei Parkplätze im Stadtgebiet wegen des drohenden Hochwassers gesperrt. Dies betrifft zum einen den Brickelweg, den Willy-Jaedtke-Weg vom Brickelweg entlang der Innerste bis zum Wehr sowie einen Feldweg von der Verlängerung der Giesener Straße zur Verlängerung des Brickelweges. Gesperrt sind zudem die Parkplätze unterhalb des Avacon-Firmengeländes am Bahnhof (Jacobistraße) sowie der Parkplatz hinter der ehemaligen Post an der Holztorstraße.
Bei Ruthe ist am Samstag die Leine über die Ufer getreten und bedeckt den größten Teil der Weiden östlich des Dorfes sowie am Ortsausgang in Richtung Schliekum. Auch in Ruthe haben erste Bürgerinnen und Bürger ihre Pumpen in Stellung gebracht. Der Ort wartet schon länger auf geplante Hochwasserschutzwälle und -mauern, deren Bau sich aber immer wieder verzögert.
Die HAZ informiert fortlaufend im Liveticker über das Hochwasser in der Region.
